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14.07.2017 | Ischämische Herzerkrankungen/Koronare Herzkrankheit, KHK | Nachrichten

Risikofaktor Trimethylamin-N-Oxid

TMAO ist dosisabhängig mit kardiovaskulärer Mortalität assoziiert

Autor:
Philipp Grätzel

Kohortenstudien haben es schon von den Dächern gepfiffen. Jetzt legt eine Metaanalyse nach: Je höher die Trimethylamin-N-Oxid (TMAO)-Spiegel, desto mehr kardiovaskuläre Ereignisse und Todesfälle. Ob es sich um einen ursächlichen Zusammenhang handelt, ist weiter unklar.

TMAO entsteht in der Leber aus Trimethylamin, das wiederum von Darmbakterien aus Cholin und Carnitin gebildet wird. Die TMAO-Spiegel steigen, wenn viele Eier, viel rotes Fleisch oder viele Milchprodukte gegessen werden.

Es gibt Hinweise, dass TMAO an der Entstehung atherosklerotischer Plaques beteiligt sein könnte. Und in mehreren Kohortenstudien hatten Patienten mit sehr hohen TMAO-Spiegeln deutlich mehr schwere kardiovaskuläre Ereignisse (MACE) und teilweise auch eine erhöhte Sterblichkeit.

17 Studien mit 26.000 Teilnehmern ausgewertet

Eine Metaanalyse von Kardiologen und Biostatistikern aus Italien, den USA und der Schweiz bestätigt diesen Zusammenhang jetzt einmal mehr. 17 klinische Studien mit über 26.000 Teilnehmern wurden ausgewertet, sowohl Gesunde als auch Menschen, die bereits kardiovaskuläre Ereignisse hinter sich hatten.

Es gab unterschiedliche Auswertungsebenen. Zum einen verglichen die Wissenschaftler das Drittel der Personen mit den höchsten TMAO-Spiegeln mit jenem Drittel mit den niedrigsten TMAO-Spiegeln. Hier fanden sich über den Studienzeitraum eine annähernd doppelt so hohe Gesamtsterblichkeit (HR 1,91; 95%-KI 1,40–2,61) und eine knapp 70 % höhere Rate an schweren kardio- bzw. zerebrovaskulären Ereignissen (HR 1,67; 95%-KI 1,33–2,11).

Bei den sieben Studien, die das erlaubten, wurde außerdem die konkrete Plasmakonzentration mit den kardiovaskulären Ereignissen und Todesfällen in Beziehung gesetzt. Dabei berechneten die Statistiker, dass pro 10 µmol/l Zunahme der TMAO-Spiegel die Gesamtmortalität um 7,6 % (HR 1,07; 95%-KI 1,04–1,11) anstieg. All das heißt weiterhin nicht, dass TMAO ursächlich das kardiovaskuläre Risiko erhöht. Prospektive Interventionsstudien fehlen.

Literatur

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