Nachrichten 13.02.2017

USA: PCSK9-Hemmer Alirocumab bleibt vorerst auf dem Markt

Die Unternehmen Sanofi und Regeneron Pharmaceuticals  können vorerst aufatmen: Ihr PCSK9-Hemmers Alirocumab kann in den USA nach einer erneuten richterlichen Entscheidung bis auf Weiteres auf dem Markt bleiben.

Sanofi und seinem US-Partner Regeneron Pharmaceuticals drohte großes Ungemach: Am 5. Januar 2017 hatte ein US-Bezirksgericht in Delaware angeordnet, dass beide Unternehmen die Vermarktung des Lipidsenkers Alirocumab in den USA stoppen müssen.

Der US-Biotech-Konzern Amgen hatte zuvor  Klage eingereicht, um einen Stopp  des Verkaufs von Alirocumab zu erwirken. Begründet wurde die Klage mit einer angeblichen Verletzung von Patentrechten Amgens durch die beiden Mitbewerber. Die wiederum halten  die Patentansprüche Amgens, das mit Evolocumab ebenfalls einen PCSK9-Hemmer auf den Markt gebracht hat, für unbegründet.

Der Vollzug der Anordnung des US-Bezirksgerichts vom Januar war für 30 Tage ausgesetzt worden, um den unterlegenen Parteien  Gelegenheit zu geben,  rechtliche Schritte gegen die Anordnung  einleiten zu können. Sanofi und Regeneron kündigten noch am selben Tag an, in Berufung gehen zu wollen.

Beide Unternehmen können jetzt einen Teilerfolg in dem schon länger schwelenden Rechtsstreit vermelden: Das US-Bundesberufungsgericht hat die dauerhafte richterliche Verfügung der untergeordneten juristischen Instanz  bis auf Weiteres  aufgehoben. Das bedeutet, dass Sanofi und Regeneron den Verkauf von Alirocumab in den USA vorerst fortsetzen können.

An Schritte zur gütlichen Einigung in dem Rechtsstreit, der bis vor den Obersten Gerichtshof  der Vereinigten Staaten (Supreme Court) gehen könnte, denkt offenbar keines des beteiligten Unternehmen. Für Länder außerhalb der USA sind die getroffenen gerichtlichen Entscheidungen im Übrigen ohne Belang.

Literatur

Pressemitteilung des Unternehmens US-Unternehmens Regeneron Pharmaceuticals vom 8. Februar 2017: „Appeals court grants stay of permanent injunction for Praluent (alirocumab) during appeals process”.

Zurzeit meistgelesene Artikel

Highlights

STEMI – mein Alptraum – aus Fehlern lernen

Prof. Dr. Christoph Liebetrau, UK Heidelberg

Erstes Antidot gegen Faktor-Xa-Hemmer jetzt in Deutschland verfügbar

Andexanet-alfa, das erste in der EU zugelassene Faktor-Xa-Inhibitor-Antidot zur Behandlung lebensbedrohlicher Blutungen bei Antikoagulation mit  Rivaroxaban oder Apixaban, ist seit dem 1. September verfügbar, teilt die Portola Deutschland GmbH mit

Neuartiger Lipidsenker besteht Test in erster Phase-III-Studie

Über positive „Top Line“-Ergebnisse  der ersten Phase-III-Studie zur Wirksamkeit und Sicherheit des innovativen Cholesterinsenkers Inclisiran  informiert aktuell der Hersteller. Im Detail wird die Studie in Kürze beim europäischen Kardiologenkongress vorgestellt.

Aus der Kardiothek

Auffälliges MRT bei 33-Jähriger – wie lautet Ihre Diagnose?

Ausgeprägtes „Late Gadolinium Enhancement“ (LGE) im MRT bei einer 33-jährigen Patientin, die mit ventrikulärer Tachykardie und eingeschränkter linksventrikulärer Ejektionsfraktion (LVEF) aufgenommen wurde. Wie lautet Ihre Diagnose?

Risikoadjustierter Vergleich zwischen transapikaler TAVI und chirurgischem Aortenklappenersatz

PD Dr. Peter Stachon, UK Freiburg – Sprecher
vs. 
Prof. Rüdiger Autschbach, UK Aachen – Diskutant

Live Cases

Kontroverser Fall: So kann man wiederkehrendes Vorhofflimmern auch behandeln

Ein Patient leidet an wiederkehrendem Vorhofflimmern. Das Team um Prof. Boris Schmidt entscheidet sich für eine ungewöhnliche Strategie: die Implantation eines endokardialen Watchmann-Okkluders, um den linken Vorhof zu isolieren. Das genaue Prozedere sehen Sie hier. 

Spezielle Katheterablations-Strategie bei ausgeprägtem Narbengewebe

Die ventrikuläre Tachykardie eines 54-jährigen Patienten mit zurückliegendem Hinterwandinfarkt soll mit einer Katheterablation beseitigt werden. Prof. Thomas Deneke entscheidet sich für eine unkonventionelle Strategie und erläutert wie das CT  in solchen Fällen helfen kann. 

Komplizierte Mehrgefäß-KHK bei einem jungen Patienten

Mehrere komplexe Stenosen bei einem 46-jährigen Patienten erfordern ein strategisch sinnvolles Vorgehen. Wofür sich das Team um PD Dr. Hans-Jörg Hippe vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein Klinik entschieden hat, erfahren Sie in diesem Livecase. 

Bildnachweise
Vortrag von Ch. Liebetrau/© DGK 2019
Vortrag von M. Kreußer/© DGK 2019
Late Gadolineum Enhancement im MRT/© S. Achenbach (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg)
Diskussion P. Stachon vs. R. Autschbach/© DGK 2019
Vortrag von T. Schmidt/© DGK 2019
DGK Herztage 2018 - Interview Prof. Dr. Boris Schmidt
Vortrag Prof. Dr. Thomas Deneke - Jahrestagung DGK 2018/© DGK 2018
Vortrag Priv.-Doz. Dr. Hans-Jörg Hippe Jahrestagung DGK 2018/© DGK