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24.10.2014 | Nachrichten | Onlineartikel

Dosisabhängige Assoziation

Je schwerer die Psoriasis, desto unkontrollierter der Blutdruck?

Autor:
Veronika Schlimpert

Die „Dosis“ macht den Zusammenhang, das gilt offenbar für die Psoriasis und die Hypertonie. Denn zu einem unkontrollierten Blutdruck neigen vor allem Patienten, die an einer schweren Form der Hauterkrankung leiden.

Je schwerer sich die Psoriasis äußert, desto wahrscheinlicher ist ein unkontrollierter Blutdruck – auf diese Weise scheint sich der Zusammenhang dieser beiden chronischen Erkrankungen darzustellen, wie Junko Takeshita und Kollegen von der University of Pennsylvania das erste Mal zeigen konnten. Seit längerem wird vermutet, dass Menschen mit Schuppenflechte zu Bluthochdruck neigen, oder auch umgekehrt ein dauerhaft erhöhter Bluthochdruck mit der Entwicklung einer Psoriasis in Zusammenhang stehen könnte. Doch ob sich die Assoziation beider Erkrankungen „dosisabhängig“ darstellt, war bisher kaum erforscht.

Schweregrad wurde objektiv gemessen

Deshalb machten sich Takeshita und sein Team daran, 1322 Patienten aus der prospektiven „Incident Health Outcomes and Psoriasis Events“-Kohorte, die eine objektiv diagnostizierte Psoriasis-Erkrankung und einen Bluthochdruck hatten, mit entsprechenden Kontrollen (11.977 Bluthochdruckpatienten ohne Psoriasis) zu vergleichen. Die Diagnose des Psoriasis-Schweregrades wurde von einem Allgemeinarzt verifiziert.

Je höher der Schweregrad lag, desto wahrscheinlicher war es, dass die Betroffenen einen unkontrollierten Blutdruck hatten. So war der Blutdruck bei fast 60% der Patienten mit schwerer Psoriasis-Erkrankung (über 10% der Hautoberfläche betroffen) unkontrolliert; die adjustierte Odds Ratio für einen unkontrollierten Blutdruck lag damit um 48% höher als für Menschen ohne die Hauterkrankung. Bei mittelschwerer Psoriasis (3–10% der Hautfläche) hatten die Betroffenen eine um 20% höhere Wahrscheinlichkeit (aOR: 1,20). Und bei einer leichten Form (≤ 2%) war das Risiko gar nicht mehr erhöht (OR: 0,91).

Tendenziell schienen zwar generell alle Psoriasis-Patienten gefährdeter zu ein, einen unkontrollierten Blutdruck zu entwickeln (aOR: 1,10), allerdings war dieser Zusammenhang nicht signifikant.

Oder ist der Zusammenhang umgekehrt?

Nach Ansicht der Studienautoren deuten diese Ergebnisse letztlich darauf hin, dass eine Psoriasis-Erkrankung das Risiko für Hypertoniker erhöht, einen unkontrollierten Blutdruck zu entwickeln. Und dieses Risiko ist umso höher, je schwerer sich bei ihnen die Psoriasis äußert. Nicht ganz ausschließen können Takeshita und Kollegen aber, dass der Zusammenhang sich auch andersherum darstellt: also eine mangelhafte Blutdruckkontrolle zu einer Verschlechterung der Psoriasis-Erkrankung führt. Mehr Licht in diesen Zusammenhang ließe sich vielleicht bringen, wenn man wüsste, ob sich ein verbessertes Hypertoniemanagement auf den Schweregrad der Psoriasis auswirkt und umgekehrt.



Literatur
Bildnachweise