Skip to main content
main-content

15.01.2015 | Nachrichten | Onlineartikel

Neues Weiterbildungscurriculum

Kardio-MRT: Herzdiagnostik mit Sparpotenzial

Autor:
Philipp Grätzel

Eine Risikostratifizierung mittels Dobutamin-Stress-MRT reduziert Katheteruntersuchungen ohne negative Folgen für die Sterblichkeit. Das zeigt eine aktuelle Studie. Der wachsenden Bedeutung der Kardio-MRT soll ein neues Weiterbildungscurriculum Rechnung tragen.

Die jetzt publizierte Auswertung der medizinischen und finanziellen Folgen einer Risikostratifizierung mit Dobutamin-Stress-MRT bei Patienten mit mittlerem Risiko für eine koronare Herzerkrankung wurde von Professor Hugo Katus vom Universitätsklinikum Heidelberg vorgestellt.

Daten des Deutschen Herzzentrums Berlin

Die Analyse, eine retrospektive Kohortenstudie, basiert auf Daten des Deutschen Herzzentrums Berlin zu 1158 konsekutiv versorgten Patienten, die sich in den Jahren 2003 und 2004 mit Verdacht auf eine koronare Herzerkrankung vorstellten.

Ein Teil dieser Patienten erhielt zunächst eine Dobutamin-Stress-MRT, anhand derer dann darüber entschieden wurde, ob eine Katheteruntersuchung nötig ist oder nicht. Die anderen Patienten wurden ohne MRT kathetert. Für die Auswertung wurde ein Propensitiy-Score-Matching vorgenommen, um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Die mittlere Nachbeobachtungszeit lag bei knapp acht Jahren.

Zahl der Katheteruntersuchungen verringert

„Patienten, bei denen mittels MRT entscheiden wurde, ob eine Koronarangiographie erforderlich ist oder nicht, hatten kein höheres Sterberisiko als Patienten, die sofort koronarangiografiert wurden“, so Katus.

Über acht Jahre war die Zahl der Katheteruntersuchungen in der MRT-Gruppe deutlich geringer, sodass die Krankenhauskosten um gut 12.000 Euro pro Lebensjahr gesenkt werden konnten.

Neues Curriculum für eine fundierte MRT-Ausbildung

Die Studie ist für Katus nur eine zahlreichen Studien, die in den letzten Jahren dazu beigetragen haben, den Stellenwert der Kardio-MRT zu erhöhen.
Vor diesem Hintergrund hat die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie jetzt im Rahmen ihrer Qualitätsinitiative ein neues Weiterbildungscurriculum „Kardiales MRT“ fertiggestellt, das bereits existierende Curricula zu den Themen Rhythmologie, interventionelle Kardiologie und Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern (EMAH) ergänzt.

Ziel der DGK sei es, die kardiale MRT auf Basis dieses Curriculums zu einem integralen Bestandteil in der Weiterbildung zum Facharzt Kardiologie werden zu lassen, so Katus: „Außerdem muss die Durchführung der kardialen MRT für entsprechend qualifizierte Kardiologen bundesweit möglich werden.“

Bisher wird die kardiale MRT in der Weiterbildungsordnung der Ärztekammern zum Facharzt für Kardiologie nicht berücksichtigt. Und nur in einigen wenigen Ärztekammerbezirken gibt es eine Zusatzqualifikation „kardiales MRT“.

Literatur

Das könnte Sie auch interessieren

16.01.2015 | Nachrichten | Onlineartikel

„Europaweit beispielhaft“

15.01.2015 | Nachrichten | Onlineartikel

„Wir wollen höchste Qualität bei der TAVI“

15.01.2015 | Nachrichten | Onlineartikel

Zertifizierung von TAVI-Zentren soll im April starten