Onlineartikel 25.02.2016

Kardiologe neuer Chef der US-Gesundheitsbehörde FDA

Dr. Robert Califf, ein Kardiologe und renommierter klinischer Forscher im Herz-Kreislauf-Bereich, ist vom US-Senat als neuer Leiter (Commissioner) der mächtigen US-Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) bestätigt worden.

Nach monatelangen und zum Teil kontroversen Debatten über seine Eignung als künftiger Chef der FDA ist es nun amtlich: Mit 88 Stimmen bei vier Gegenstimmen hat der US-Senat . Dr. Robert Califf als neuen Leiter dieser Behörde bestätigt. Der Gesundheitsausschuss des US-Senats hatte sich zuvor bereits einstimmig für den im September 2015 von US-Präsident Obama nominierten Kandidaten Califf ausgesprochen.

Bei einigen Kritikern in der Reihen der US-Politiker, darunter auch der demokratische Präsidentschaftskandidat Bernie Sanders, war die Nominierung von Califf mit Hinweis auf seine Nähe zur Pharmaindustrie auf Ablehnung gestoßen.

Als 22. Commissioner der FDA tritt Califf die Nachfolger der bisherigen Chefin Dr. Margaret Hamburg an. Hamburg hatte im März 2015 ihren Rücktritt vom Amt als Leiterin der dem US-Gesundheitsministerium unterstellten. Behörde erklärt..

Califf war seit 1980 als klinisch forschender Kardiologe am Duke University Medical Center in Durham im US-Bundesstaat North Carolina tätig. Er ist Mitgründer des Duke Clinical Research Institute (DCRI), einem der weltweit größten akademischen Forschungszentren, das zu einem wesentlichen Teil mit Forschungsgeldern aus der pharmazeutischen Industrie finanziert wird..

Califf hat sich in den letzten Jahrzehnten als mitverantwortlicher Leiter vieler wegweisender klinischer Studien im Herz-Kreislauf-Bereich profiliert. In jüngerer Zeit zählen dazu unter anderen die Studien IMPROVE-IT (zur Prävention kardiovaskulärer Ereignisse durch den Lipidsenker Ezetimib) und ROCKET-AF (zur Wirksamkeit von Rivaroxaban in der Schlaganfall-Prophylaxe bei Vorhofflimmern). Er fungierte auch als Herausgeber des „American Heart Journal“.

Anfang 2015 wechselte Califf von der Duke University zur FDA, wo er stellvertretender Beauftragter (deputy commissioner) im Amt für Medizinprodukte und Tabak wurde.