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13.03.2018 | Onlineartikel

Expertenkommentar

Kardiologen widersprechen IQWiG: Telemonitoring ist sinnvoll!

Autoren:
Dr. med. Thomas M. Helms, Prof. Dr. Thomas Deneke

Fachleute der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) widersprechen der Entscheidung des IQWiG, das dem Telemonitoring von Implantaten keinen Nutzen attestiert hat.  Sie fordern die Politik auf, die Fernüberwachung schwer kranker Herzpatienten zu ermöglichen.

Das Institut für Wirtschaftlichkeit und Qualität im Gesundheitswesen (IQWiG) hat am 28. Februar dem Telemonitoring bei implantierten Defibrillatoren (ICDs) und Resynchronisationssysteme (CRT) zum Management von Patienten mit ventrikulären Tachyarrhythmien und Herzinsuffizienz keinen Nutzen zugesprochen.

Wir, die Arbeitsgruppe Telemonitoring AG 33 und Rhythmologie AG 1 der DGK, widersprechen dieser Einschätzung. Gesundheitspolitiker, ärztliche Fachexperten und Kostenträger sollten gemeinsam daran arbeiten, Telemonitoring flächendeckend zu etablieren. Telemonitoring und damit zusammenhängende standardisierte Reaktionsabläufe haben sich für viele Patienten als ideale Methode der Nachsorge von Rhythmusimplantaten herausgestellt.

Insbesondere erscheint die wissenschaftliche Ausarbeitung des IQWiG an vielen Stellen fehlerhaft. Das IQWiG hat in der negativen Analyse, die dem Bericht zugrunde liegt, sehr uneinheitlich gestaltete Studien zu verschiedensten Telemonitorng-Endpunkten über einen Kamm geschoren. So hat die INTIME-Studie klar dokumentiert, dass konsequent umgesetztes Telemonitoring einen Überlebensvorteil für die Patienten bietet. Diese Studienergebnisse wurden vom IQWiG aus unserer Sicht ignoriert und unzutreffend kritisiert.

Das IQWiG hat den INTIME-Forschern unterstellt, dass sie die Kontrollgruppe bewusst schlechter behandelt hätten, um ein günstiges Ergebnis für Telemonitoring zu erreichen. Dieser Einwand ist absolut haltlos und aus den Studiendaten eindeutig zu widerlegen. Bereits in ihrer Stellungnahme im vergangenen Sommer hatte die DGK darauf verwiesen, dass Telemonitoring selbstverständlich nur wirksam werden kann, wenn in übertragene Patientendaten vollständig und regelmäßig Einsicht genommen und die Behandlung der Patienten nach klaren Handlungsregeln  angepasst wird.

Die negative Nutzenbewertung widerspricht nicht nur den internationalen Leitlinien. Die Implementierung des Telemonitorings in die medizinische Praxis findet auch eine breite politische Unterstützung.

Wir fordern deshalb, dass der Gemeinsame Bundesausschuss (GB-A), der in der Bewertung medizinischer Methoden in Deutschland das letzte Wort hat, der Einschätzung des IQWiG nicht folgt und den Nutzen des Telemonitorings anerkennt.