Skip to main content
main-content

27.04.2018 | Kardiologie | Nachrichten

Kein Hinweis für Interferenzen

Elektroautos für Schrittmacher-Patienten unproblematisch

Autor:
Veronika Schlimpert

Von Elektroautos ausgehende Magnetfelder könnten Schrittmacher- und ICD-Funktionen stören. Kardiologen aus München haben nun vier Elektroautos dahingehend untersucht –  und geben Entwarnung.

Patienten mit Schrittmachern oder implantierbaren Kardioverter-Defibrillatoren (ICD) können offenbar beruhigt ein Elektroauto  fahren.  Denn wie Münchner  Kardiologen um Dr. Carsten Lennerz berichten, „scheinen die Autos für Patienten mit implantierbaren kardialen Devices sicher zu sein“. Eine Einschränkung halten sie für nicht erforderlich.

Theoretisch wären die von Elektroautos ausgehenden Magnetfelder in der Lage, im Körper elektrische Felder zu erzeugen, die wiederum die Funktionsweise kardialer Implantate stören könnten. Darüber hinaus wäre es vorstellbar, dass statische magnetische Felder die Reedschalter in den Devices aktivieren, sodass die Schrittmacher vorrübergehend in einen asynchronen Pacing-Modus wechseln bzw. ICDs deaktiviert werden.   

Keine elektromagnetischen Interferenzen

Derartige elektromagnetische Interferenzen konnten die Münchner Wissenschaftler in ihrer Untersuchung allerdings bei keinem der 108 teilnehmenden Device-Träger beobachten. Die vier in Europa am meisten verkauften Elektroautos (BMW i3, Nissan Leaf, Tesla Model 85S und Volkswagen e-up) wurden getestet.

Weder in den Autos noch während des Ladevorgangs sei es zu einem Over- oder Undersensing, unangemessenen Schockabgaben oder Schockinhibition gekommen, berichten die Wissenschaftler. Auch nachträglich habe man keine Veränderungen der  Pacing- und Sensing-Schwellen oder Elektroden-Impedanzen feststellen können.

Die höchste Feldstärke wurde während des Ladevorgangs gemessen (30,1 bis 116,5 µT). Die Werte im Auto waren sehr gering.  Definitiv ausschließen können die Wissenschaftler  mögliche Interferenzen zwischen Elektroautos und kardialen Devices allerdings nicht. Dafür sei die Probandenzahl zu gering gewesen. Allerdings wurde bisher noch über keinen einzigen Vorfall berichtet.  

Literatur