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08.03.2017 | Kardiologie | Nachrichten

Pleiotropie revisited

Statintherapie ist keine Wunderwaffe gegen Krebs

Autor:
Philipp Grätzel

Statinen wurden und werden viele nützliche Eigenschaften zugeschrieben, die über die Senkung des LDL-Cholesterins hinausgehen. Eine große Phase III-Studie räumt jetzt einmal mehr mit der These auf, dass Patienten mit Krebs profitieren könnten.

Ein weiteres Mal zeigt sich, dass die Aussagekraft präklinischer Analysen und unkontrollierter Beobachtungsstudien begrenzt ist. In Tumormodellen zum nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC) haben Statine wiederholt einen additiven Effekt zu Standard-Chemotherapien im Hinblick auf eine Hemmung des Tumorwachstums gezeigt. Und auch in Beobachtungsstudien war die Statintherapie teilweise mit längerem Überleben oder einer Verzögerung von Rückfällen assoziiert.

In einer großen britischen Phase III-Studie sieht das jetzt ganz anders aus. In der LUNGSTAR-Studie wurde bei immerhin 846 Patienten placebokontrolliert untersucht, ob eine Behandlung mit 40mg Pravastatin als Add-on zu einer platinbasierten First-Line-Chemotherapie irgendeinen Effekt auf Gesamtüberleben, progressionsfreies Überleben, Tumoransprechen oder Toxizität zeigt.

Pravastatin macht beim Lungenkrebs keinen Unterschied

Das war eindeutig nicht der Fall. Das mediane Überleben war in beiden Gruppen fast exakt gleich, das Zweijahresüberleben unterschied sich nur um einen Prozentpunkt, was weit weg von jeder statistischen Signifikanz war. Genauso war es beim progressionsfreien Überleben, beim Tumoransprechen und bei der Toxizität.

Auch Subgruppenanalysen halfen nicht weiter. So hatten Patienten mit weniger weit fortgeschrittener Tumorerkrankung oder mit gutem Performance-Status genauso wenig einen Nutzen von Pravastatin wie Patienten mit weit fortgeschrittener Erkrankung und/oder schlechtem Performance-Status.

Die Autoren weisen darauf hin, dass es bereits fünf weitere placebokontrollierte Studien zum Einsatz von Statinen in der Onkologie gegeben habe. Vier davon hatten keinen Effekt auf klinische Parameter gezeigt, nur eine, bei Patienten mit Prostatakarzinom, fand Vorteile. Allerdings war der Endpunkt in diesem Fall lediglich der PSA-Wert. An keiner der bisherigen randomisierten Studien zu dieser Thematik waren mehr als 300 Patienten beteiligt.

Literatur

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