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13.08.2019 | Kardiomyopathie | Nachrichten

Risikoscore entwickelt

4 Prädiktoren identifiziert, die Komplikationen bei Takotsubo-Syndrom voraussagen

Autor:
Joana Schmidt

Bestimmte echokardiographische und klinische Variablen sind signifikant mit einem erhöhten Risiko für Krankenhauskomplikationen bei Patienten mit Takotsubo-Kardiomyopathie assoziiert, legt eine neue Studie nahe. Ein daraus entwickelter Score soll bei der Risikostratifizierung helfen.

Die Takotsubo-Kardiomyopathie ist eine vorübergehende Pumpschwäche des Herzens mit ähnlichen Symptomen wie bei einem Herzinfarkt. Sie kann durch Stress ausgelöst werden und wird deshalb  auch Stress-Kardiomyopathie oder Broken-Heart-Syndrom genannt.

Forscher wollten wissen, bei welchen Patienten mit Takotsubo-Syndrom ein hohes Risiko für Komplikationen in der Klinik besteht. In einer multizentrischen Studie mit deutschen, italienischen und spanischen Patienten entdeckten sie vier Faktoren, die die Risikostratifizierung dieser Patienten verbessern könnten.

In der deutsch-italienischen Stress-Kardiomyopathie-Kohorte (GEIST) lag die Inzidenz für Komplikationen in der Klinik insgesamt bei 23,3% (Kardiogener Schock: 9,1%, Lungenödeme: 5,8%, invasive Beatmung: 6,4%, Tod: 4,0%). Im spanischen Register für Takotsubo-Kardiomyopathie (RETAKO) betrug die Rate für Krankenhauskomplikationen insgesamt bei 20,4% (Kardiogener Schock: 10,0%, Lungenödeme: 8,6%, invasive Beatmung: 6,4%, Tod: 2,0%).

Patienten mit niedrigem Risiko könnten früher entlassen werden

Vier entscheidende Faktoren, die auf ein erhöhtes Risiko für Komplikationen in der Klinik hinwiesen, waren: Die linksventrikuläre Ejektionsfraktion (LVEF), die Beteiligung des rechten Ventrikels, das männliche Geschlecht und neurologische Störungen in der Krankheitsgeschichte. Nach Ansicht der Autoren  können diese Variablen als Prädiktoren dienen, um Risikopatienten mit Takotsubo-Syndrom zu identifizieren. So könne man besser auf den Einzelnen eingehen, indem Hochrisikopatienten beispielsweise länger auf der Intensivstation betreut werden und Betroffene mit geringem Risiko früher entlassen werden könnten.

Bisher gab es nur wenige Studien über die Risikostratifizierung von Patienten mit Takotsubo-Syndrom im Krankenhaus. Die Forscher um Dr. Natale Daniele Brunetti von der Universität Foggia in Italien wollten einen einfachen klinischen Score ableiten, der bei der Risikovorhersage helfen kann.

GEIST-Score könnte schnelle Risikoeinschätzung ermöglichen

Sie untersuchten 829 Patienten der RETAKO-Validierungskohorte und 772 Patienten der GEIST-Kohorte aus zwölf verschiedenen Einrichtungen. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer betrug 69,9 Jahre. Alle Teilnehmer wurden einer LV- und Koronarangiographie unterzogen. Der GEIST-Prognosescore wurde mithilfe der vier oben genannten Risikofaktoren errechnet: 30 Punkte wurden für die Beteiligung des rechten Ventrikels vergeben und jeweils 20 Punkte für das männliche Geschlecht oder neurologische Störungen in der Vorgeschichte. Dann wurde der LVEF-Wert in Prozentpunkten davon abgezogen (Werte zwischen 0,25 und 0,70).

Die Studienteilnehmer wurden anhand ihrer so errechneten Punktzahl in drei Risikogruppen geteilt: 40,9% gehörten zu Niedrigrisikogruppe, 44,3% zu der Gruppe mit mittlerem Risiko und 14,8% zur Hochrisikogruppe. Die beobachteten Komplikationsraten betrugen 12,7% für Patienten mit niedrigem Risiko, 23,4% für Patienten mit mittlerem Risiko und 58,8% für Hochrisikopatienten.

Patienten ohne Komplikationen im Krankenhaus hatten nach einer durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von 2,6 Jahren signifikant geringere Sterberaten als Patienten mit Komplikationen (10,0% gegenüber 40,1%).

Literatur

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