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03.02.2017 | Kardiomyopathie | Nachrichten

Risikostratifizierung

Hypertrophe Kardiomyopathie: Entzündungsmarker sagt Herztod-Risiko voraus

Autor:
Veronika Schlimpert

Für Patienten mit hypertropher Kardiomyopathie lässt sich das Risiko für einen plötzlichen Herztod womöglich anhand eines Entzündungsmarkers vorhersagen.

Erhöhte Konzentrationen des C-reaktiven Proteins (CRP) bedeuten für Patienten mit hypertropher Kardiomyopathie (HCM) womöglich eine schlechte Prognose. Dieser Zusammenhang hat sich in einer Kohortenstudie aus China gezeigt. Der Befund bestätigt damit die Vermutung, dass Entzündungsprozesse bei der Pathogenese der Erkrankung eine Rolle spielen.

Die HCM ist eine sehr heterogene Erkrankung, deren Verlauf nur schwer vorhersagbar ist: Manche Betroffene leben ihr Leben lang ohne Symptome, andere wiederum erleiden einen plötzlichen Herztod, eine Herzinsuffizienz oder einen Schlaganfall. Wünschenswert wäre daher, mithilfe von Risikofaktoren oder Laborparametern den Verlauf der HCM besser vorhersagen zu können, um das Management der Patienten entsprechend zu beeinflussen.

Entzündungsprozesse spielen eine Rolle

Das CRP ist als prognostischer Marker bei mehreren kardiovaskulären Erkrankungen, etwa beim akuten Infarkt, bereits ins Gespräch gebracht worden. Da Entzündungsprozesse bei der Entstehung der HCM beteiligt zu sein scheinen, schien Chinesischen Wissenschaftlern um Ling Zhu ein möglicher Zusammenhang zwischen der Höhe dieses Entzündungsmarkers und dem Verlauf der HCM logisch.

Um ihre Vermutung zu belegen, haben sie die klinischen Ereignisse von 490 Patienten, die aufgrund einer HCM im Fuwai Hospital in Beijing/ China vorstellig wurden, über im Mittel 3,7 Jahre dokumentiert und mit deren hochsensitiven CRP-Serumlevel (hsCRP) korreliert.

Dabei stellte sich heraus, dass die Patienten, die zu Studienbeginn die höchsten hsCRP-Konzentrationen aufwiesen (> 3,0 mg/L), ein mehr als fünffach erhöhtes Risiko hatten, an einer kardiovaskulären Ursache zu versterben, als die Teilnehmer mit den geringsten Leveln (<1,0 mg/L); und zwar nach Adjustierung auf diverse HCM-Risikofaktoren wie die linksventrikuläre Wanddicke (adjustierte Hazard Ratio, HR: 5,41). Das Risiko für einen plötzlichen Herztod war sogar um mehr als das Elffache erhöht (adjustierte HR: 11,29). Die Gesamtmortalität sowie die Herzinsuffizienz-bedingte Sterblichkeit stiegen je um mehr als das Vierfache an (4,78 bzw. 4,38).

Unabhängiger Prädiktor

Damit belege diese Studie erstmals, dass das hsCRP ein unabhängiger Prädiktor für eine schlechte Prognose von HCM-Patienten darstelle, schlussfolgern Zhu und Kollegen.  Einen kausalen Zusammenhang zwischen der hsCRP-Höhe und der HCM-Prognose lässt sich anhand dieser Single-Center-Studie an einer rein Chinesischen Population jedoch nicht belegen. Ebenso wurden die hs-CRP-Level nur zu Studienbeginn und nicht im weiteren Verlauf gemessen, sodass nicht klar ist, welche Bedeutung ein Anstieg oder Abfalls des Entzündungsmarkers für den weiteren Erkrankungsverlauf hat.   

Literatur

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