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14.11.2016 | Kardiomyopathie | Nachrichten

AHA 2016. Neues Risikokollektiv

Tako-Tsubo-Kardiomyopathie durch Marihuana?

Autor:
Dr. Dirk Einecke

Aktiver Marihuana-Konsum könnte einer beim AHA-Kongress 2016 präsentierten Studie zufolge das Risiko für eine Stress-Kardiomyopathie verdoppeln.

Bei der als Tako-Tsubo benannten Stress-Kardiomyopathie handelt es sich um ein erst vor ca. 20 Jahren beschriebene akute schwere Funktionsstörung des Herzmuskels, die in ihrer Symptomatik einem akuten Koronarsyndrom ähnelt. Auslöser sind häufig emotionale Belastungen, betroffen sind vorwiegend ältere Frauen.

Das Krankheitsbild scheint aber auch bei jüngeren Marihuana-Konsumenten vorzukommen. Diese sollten wissen, dass sie schnell zum Arzt gehen sollten, wenn sie plötzlich Brustschmerzen oder Atemnot empfinden, berichteten Autoren vom St. Luke’s University Health Network in Bethlehem, Pennsylvania.

Sie hatten Daten von 33.343 Patienten untersucht, die USA-weit mit der Diagnose Stress-Kardiomyopathie hospitalisiert worden waren. 210 hatten angegeben oder wurden anhand von Urinproben identifiziert, dass sie Marihuana konsumiert hatten. Die Patienten waren vergleichsweise jung und wiesen wenige kardiovaskuläre Risikofaktoren auf. Dennoch waren ihre Risiken höher, einen Herzstillstand (2,4 vs. 0,8 %) oder eine gravierende Rhythmusstörung (2,4 vs. 0,6 %) zu erleiden, welche die Implantation eines Defibrillators erforderlich machte.

Marihuana-Konsumenten hatten deutlich häufiger Depressionen, Psychosen und Angststörungen durchgemacht. Sie konsumierten auch mehr Alkohol, Tabak und andere Drogen als Stressmyopathie-Patienten ohne Marihuana-Konsum. Allerdings hatten die Autoren in ihrer retrospektiven Analyse diese Faktoren berücksichtigt und darauf adjustiert.  

Literatur

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