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10.02.2015 | Nachrichten | Onlineartikel

Implantatnachsorge

Kassen blockieren Ausweitung der Fernabfrage

Autor:
Philipp Grätzel

Einmal mehr verhindern die Krankenkassen ein stärkeres telemedizinisches Engagement der niedergelassenen Kardiologen. Im Bewertungsausschuss wurde eine Ausweitung der EBM-Ziffer 13552 vom GKV Spitzenverband abgelehnt.

Mit der schon etwas älteren EBM-Ziffer 13552 rechnen niedergelassene Kardiologen die regelmäßig nötigen Funktionsanalysen von Herzschrittmachern und ICD-/CRT-Geräten ab. Die Ziffer erlaubt seit Längerem schon auch eine telemetrische Abfrage. Allerdings sind ihrer Anwendung in der Praxis enge Grenzen gesetzt. So kann die entsprechende Leistung nicht beliebig häufig abgerechnet werden.

Mehr als nur Funktionsabfragen

Das bremst unter anderem Device-Abfragen aus, die nicht nur auf die Funktion des Geräts zielen, sondern auch auf ein Krankheitsmonitoring. So hat die IN-TIME-Studie gezeigt, dass ein Device-basiertes Telemonitoring bei Herzinsuffizienzpatienten mit einer Verlängerung des Überlebens einhergeht. Für eine solche „echte“ Telemedizin, die über Funktionsabfragen hinausgeht, reicht es allerdings nicht, wenn die Daten nur einmal im Quartal abgefragt werden.

Schon länger wird im Bewertungsausschuss von Ärzten und Krankenkassen über Erstattungsziffern für telemedizinische Leistungen debattiert. Tatsächlich hat der Gesetzgeber die Selbstverwaltung gesetzlich zur Einführung telemedizinischer EBM-Ziffern verpflichtet und dafür eine Frist gesetzt, die aber seit über einem Jahr abgelaufen ist. 

Auch vor diesem Hintergrund war in den letzten Monaten erwartet worden, dass sich die Selbstverwaltung zumindest auf eine Ausweitung der Schrittmacherziffer verständigt, um dem Gesetz ansatzweise Genüge zu tun.

Krankenkassen: „Nutzen nicht nachgewiesen“

Doch dazu kommt es jetzt erst einmal nicht. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat in den Bewertungsausschuss ein Konzept eingebracht, wonach die telemetrische Device-Abfrage in der Kardiologie künftig bis zu dreimal im Quartal möglich sein soll. Dies könnte ein mehr oder weniger regelmäßiges Monitoring für alle Beteiligten rentabler machen. Es würde auch dazu führen, dass Fehlfunktionen der Implantate früher entdeckt werden. 

Doch der GKV Spitzenverband will davon nichts wissen. Er hat das Konzept mit der Begründung abgelehnt, dass es keinen Nutzennachweis gebe. Jetzt hat die KBV den sogenannten Erweiterten Bewertungsausschuss eingeschaltet. Dieses Schiedsgremium hat eine Expertenanhörung und eine Entscheidung bis zum 30. Juni angekündigt.

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