Onlineartikel 12.12.2014

Keine Herzinsuffizienz-Gefahr durch Dopamin-Agonisten?

Unter den beiden non-ergolinen Dopamin-Agonisten Ropinirol und Pramipexol scheint es nach den Daten einer kleinen Echokardiografie-Studie keine Anzeichen einer Herzschädigung zu geben.

Ob Dopamin-Agonisten das Herz belasten, wird fast schon so lange diskutiert, wie es die Mittel gibt. Zunächst standen ergoline Agonisten unter dem Verdacht, eine Herzklappenfibrose zu begünstigen. Beobachtet wurden einzelne Fälle von einer rasch voranschreitenden Fibrose unter solchen Mitteln.

Abgesehen von solchen Einzelfällen schien das Fibroserisiko unter diesen Medikamenten allenfalls geringfügig erhöht (wir berichteten). Dennoch wurden die ergolinen Präparate in der Praxis langsam durch Non-Ergot-Agonisten ersetzt. Für diese sah die US-Behörde FDA vor zwei Jahren neue Gefahren: Sie wies auf ein „möglicherweise erhöhtes Risiko“ für eine Herzinsuffizienz unter Pramipexol hin. Grundlage der Warnung waren Daten aus klinischen Studien, nach denen bei einer Therapie mit dem Agonisten eine Herzinsuffizienz etwas, wenn auch nicht signifikant, häufiger auftrat. Epidemiologische Studien lieferten zudem Hinweise auf eine erhöhte Herzinsuffizienz-Inzidenz unter Pramipexol. 

Dem scheinen nun Daten einer kleinen türkischen Studie zu widersprechen, die auf der EuroEcho-Imaging-Tagung in Istanbul vorgestellt wurden.

Keine Hinweise auf asymptomatische myokardiale Dysfunktion

Ein Team um Dr. Erken Pamukcu hatte 55 Parkinson-Patienten per zweidimensionaler Strain-Echokardiografie untersucht. Mit dieser computergestützten Methode lassen sich die myokardiale Verformung und die Verformungsgeschwindigkeit bestimmen. 24 der Patienten nahmen nur L-Dopa, 18 bekamen L-Dopa plus Pramipexol und 13 L-Dopa in Kombination mit Ropinirol. 

Wie sich herausstellte, gab es zwischen den Gruppen keine signifikanten Unterschiede bei der linksventrikulären Funktion. „Unsere Messungen führten zu vergleichbaren Werten in allen drei Gruppen. Wir fanden keinerlei Hinweise auf eine asymptomatische myokardiale Dysfunktion oder abgeschwächte systolische Funktion bei Patienten unter Pramipexol oder Ropinirol“, wird Pamukcu in einer Mitteilung der European Society of Cardiology (ESC) zitiert. „Unsere Studie legt nahe, dass diese beiden Mittel keine Herzschäden verursachen und daher sicher fürs Herz sind.“

Die Daten müssten nun natürlich in deutlich größeren Studien bestätigt werden. 

Literatur

Pressemitteilung der ESC vom 4.12.2014.