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31.03.2016 | Nachrichten | Onlineartikel

Sinnvolle Hilfsmittel zur Sekundärprävention

KHK-Patienten mit Schrittzähler zu mehr Bewegung motiviert

Autor:
Veronika Schlimpert

Schrittzähler können Herzinfarktpatienten zu mehr Bewegung motivieren. Einer aktuellen Präventionsstudie zufolge kann der Einsatz solcher Hilfsmittel sogar eine Verbesserung klinischer Parameter herbeiführen.

Für Patienten mit koronarer Herzerkrankung könnten Schrittzähler ein sinnvolles Hilfsmittel in der Sekundärprävention darstellen, postuliert Dr. Harm Wienbergen vom Klinikum Links der Weser auf einer DGK-Pressekonferenz. Denn durch eine Online-Dokumentation der Schrittzahlen werden – wie die Ergebnisse der IPP-Präventionsstudie („Intensive Prevention Program after Myocardial Infarction in Northwest Germany“) zeigen - Patienten zu mehr körperlicher Aktivität motiviert.

Präventionsstudie zeigt recht hohe Akzeptanz

In dieser Studie, an der das Bremer Institut für Herz- und Kreislaufforschung, das Institut für Informatik Oldenburg, das Klinikum Oldenburg und das Herz- und Gefäßzentrum Bad Bevensen beteiligt sind, wurden Herzinfarktpatienten 30 Tage nach Entlassung 1:1 in zwei Gruppen randomisiert: 122 Patienten nahmen an einem intensiven Präventionsprogramm, die restlichen erhielten eine Standardversorgung. Die Patienten der Präventionsgruppe wurden u. a. dazu aufgefordert, einen Schrittzähler zu tragen und die Zahlen online zu dokumentieren.

„Die Akzeptanz der Teilnehmer gegenüber den Schrittzählern und der Online-Dokumentation war gut“, kommentierte Wienbergen die Ergebnisse der Studie. 75 % der Teilnehmer wären der Anweisung zunächst gefolgt; 62 Patienten haben letztlich ihre Schrittzahl über den Studienzeitraum von sechs Monaten dokumentiert.

Steigerung der Schrittzahlen

In dieser Zeit stieg die tägliche Schrittzahl der Teilnehmer der Präventionsgruppe im Schnitt deutlich von anfänglich 7.453 auf 9.044. Die mediane Schrittzahl betrug etwa 8.700 Schritte pro Tag. „Das ist eine recht hohe Zahl“, meint Wienbergen, und das obwohl die Teilnehmer für die Online-Dokumentation einen Internetzugang benötigen, den Schrittzähler permanent tragen und die Werte dokumentieren mussten. Allerdings muss man hinzufügen, dass die Teilnehmer schon zuvor im Rahmen der Rehabilitation geschult worden sind.

Risikofaktoren verbessert

Bei jenen 22 Patienten, die es schafften, ihre Schrittzahl um mehr als 30 Prozent zu erhöhen - also etwa jeder dritte Teilnehmer der Endauswertung - besserten sich Risikofaktoren wie LDL-, HDL-Cholesterin und Body-Mass-Index, berichtete Wienbergen, im Gegensatz zu denen, deren Schrittzahl gleich blieb oder sogar abnahm. Es bestehe somit eine gewisse Korrelation zwischen Schrittzahl und klinischen Parameter, was natürlich nicht mit einer Kausalität gleichzusetzen sei, führte der Kardiologe aus.

„Diese Studie kann somit ein Argument dafür sein, Schrittzähler inklusive Online-Dokumentation der Werte häufiger bei KHK-Patienten einzusetzen, um diese Patienten zu mehr körperlicher Aktivität zu motivieren“, lautet das Fazit Wienbergens. 

Literatur