Onlineartikel 25.02.2015

Klinikbehandlungen wegen Adipositas stark angestiegen

Stark übergewichtige Patienten müssen in deutschen Krankenhäusern und Kliniken immer häufiger vollstationär behandelt werden: Seit 2005 ihre Zahl um 154 Prozent gestiegen.

Bereits rund 18.300 Patienten wurden 2013 hierzulande wegen Adipositas oder sonstiger Störungen infolge Überernährung in den Kliniken stationär versorgt. Acht Jahre zuvor hatte ihre Zahl noch bei 7.200 gelegen. Darüber informiert die Krankenkasse DAK-Gesundheit in einer Pressemitteilung mit Hinweis auf aktuelle Daten des Statistischen Bundesamts.

Die meisten fettleibigen Patienten kommen in die Klinik, um sich einem adipositaschirurgischen Eingriff am Magen zu unterziehen. Dabei wird der Magen verkleinert oder ein Magen-Bypass gelegt.

Adipositas-Operationen in zwei Drittel der Fälle

Nach aktuellen Daten der DAK-Gesundheit sind solche Operationen der Grund für fast zwei Drittel aller Klinikaufenthalte von stark Übergewichtigen. Der Rest entfällt auf die Behandlung des Schlafapnoesyndroms sowie verschiedener Stoffwechselerkrankungen.

Die wachsende Zahl der Krankenhausaufenthalte adipöser Patienten schlägt sich auch in erhöhten Ausgaben nieder. Nach internen Zahlen verdoppelten sich die Kosten innerhalb von vier Jahren von 3,4 Millionen Euro (2009) auf 6,8 Millionen Euro (2013).

Frauen in der Überzahl

Der stärkste Anstieg der vollstationären Adipositas-Behandlungen ist in der Altersgruppe der 45- bis 64-Jährigen zu verzeichnen: Hier gab es nahezu eine Verdreifachung von zwölf auf 33 Klinikaufenthalte pro 100.000 Einwohner. Auch der Zuwachs bei den 15- bis 44-Jährigen ist beträchtlich: 2013 wurden in dieser Altersgruppe 26 Adipöse pro von 100.000 Einwohnern vollstationär behandelt, 2005 waren es noch neun pro 100.000.

Frauen wurden im Schnitt doppelt so oft wegen Adipositas behandelt wie Männer: 2013 waren es 12.273 weibliche Patienten, im Vergleich zu 6031 männlichen Patienten. Damit setzte sich der Trend der Vorjahre fort.

Literatur

Pressemitteilung der DAK Gesundheit vom 25. Februar 2015