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13.08.2015 | Nachrichten

Randomisierte STEMI-Studie

Komplettrevaskularisation im Vorteil

Autor:
Philipp Grätzel

Bei akutem ST-Hebungsinfarkt (STEMI) reduziert eine FFR-gesteuerte Komplettrevaskularisation im Vergleich zum alleinigen Stenting der „Culprit Lesion“ das Risiko künftiger Koronarinterventionen. Gesamtmortalität und Reinfarktrate unterscheiden sich aber nicht.

Die ursprünglich beim EuroPCR 2015 vorgestellte und jetzt im Lancet publizierte, offene, randomisierte Studie DANAMI 3 – PREMULTI fand zwischen März 2011 und Februar 2014 an zwei dänischen Universitätskliniken statt. 627 Patienten mit akutem STEMI nahmen teil. Bei 313 Patienten wurde in der primären PCI lediglich das Infarktgefäß wiedereröffnet bzw. mit einem Stent versehen. Die übrigen 314 Patienten erhielten noch während des infarktbedingten Krankenhausaufenthalts eine Komplettrevaskularisation, wobei die Entscheidung, welche Gefäße revaskularisiert wurden, von einer FFR-Messung abhängig gemacht wurde.

Primärer Endpunkt war ein Komposit aus Gesamtmortalität, Reinfarkten und ischämieassoziierten Revaskularisationen in nicht mit dem Infarkt assoziierten Blutgefäßen. Der mediane Follow-up-Zeitraum betrug 27 Monate. In der Gruppe der Patienten, bei denen lediglich die Culprit Lesion mit einem Stent versehen wurde, hatten 22% im Studienzeitraum ein Endpunktereignis. In der Gruppe mit Komplettrevaskularisation waren es nur 13% (HR 0,65; 95% CI 0,38-0,83, p=0,004).

Getrieben wurde dieser Vorteil in der Intention-to-treat-Auswertung eindeutig von den Reinterventionen: Die Reinterventionsrate war bei den Patienten mit Komplettrevaskularisation fast 70% geringer, während es weder bei der Gesamtmortalität noch bei der Reinfarktrate signifikante Unterschiede gab. Wenig überraschend: Bei Patienten mit koronarer 3-Gefäß-Erkrankung war der Vorteil der Komplettrevaskularisation ausgeprägter als bei Patienten mit 2- oder 1-Gefäß-Erkrankung.

Die Ergebnisse der Studie DANAMI 3 – PREMULTI stehen im Einklang mit zwei anderen randomisierten Studien aus der jüngeren Vergangenheit, der PRAMI-Studie und der CVLPRIT-Studie. In diesen Studien war die MACE-Rate bei Komplettrevaskularisation jeweils um mehr als die Hälfte geringer.

Die derzeit aktuellen europäischen Leitlinien empfehlen primär eine Revaskularisation der Culprit Lesion. Sie betonen allerdings, dass eine Komplettrevaskularisation bei Patienten mit Mehrgefäßerkrankung erwogen werden könne, sofern Tage oder Wochen nach der primären Intervention Ischämiesymptome auftreten.

Literatur

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