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21.05.2015 | Nachrichten

Expertenblickpunkt EuroPCR

Koronarintervention bei STEMI: Was ist die beste Strategie?

Autor:
PD Dr. Thomas Lauer

Was ist bei der Revaskularisation von Patienten mit ST-Hebungsinfarkt (STEMI) und koronarer Mehrgefäßerkrankung die beste Strategie: Komplette Revaskularisation oder Beschränkung auf die Infarktarterie? Dazu gibt es eine neue Studie.

Die in Paris beim Kongress EuroPCR von Dr. O. Hlinomaz, St. Anne's University Hospital Brno, Tschechien, vorgestellte multicenter Studie PRAGUE 13 untersuchte 214 Patienten mit akutem ST-Hebungsinfarkt, die erfolgreich mittels primärer PCI behandelt wurden und mindestens eine weitere signifikante Stenose in einer (nicht-Infarkt) Arterie mit einem Durchmesser von > 2,5 mm aufwiesen. Diese Patienten wurden prospektiv in eine Gruppe mit nachfolgender sequenzieller kompletter Revaskularisation zwischen Tag 3 und 40 nach der primären PCI und in eine Gruppe mit optimaler medikamentöser Therapie randomisiert. Bei einem medianen Follow-up von 38 Monaten wurde als primärer kombinierter Endpunkt Tod, nichtfataler Myokardinfarkt und Schlaganfall untersucht.

Während in den zuletzt publizierten PRAMI- und CvlPRIT-Studien die komplette Revaskularisation der konservativen Strategie signifikant überlegen war, konnten in dieser Studie keine Unterschiede zwischen den Therapieregimen nachgewiesen werden.

Als mögliche Gründe führten die Autoren Unterschiede in den Einschlusskriterien mit stärkerer Selektion der Patienten im PRAGUE 13 Trial sowie einen geringeren Einsatz von Drug-eluting-Stents an. Ein weiterer wichtiger Unterschied war, dass die „non-culprit lesions“ in den PRAMI- und CvlPRIT-Studien im Rahmen der primären PCI behandelt wurden, sodass ein periprozeduraler Myokardinfarkt nicht diagnostiziert werden konnte. In der anschließenden Diskussion wurde zudem kritisch angemerkt, dass die Studie mit 214 eingeschlossenen Patienten möglicherweise keine ausreichende statistische Power hatte.

Größere Studien sind zukünftig notwendig, um die optimale Revaskularisationsstrategie für Patienten mit ST-Hebungsinfarkt und koronarer Mehrgefäßerkrankung zu klären.

In unserer Kolumne „Expertenblickpunkt“ hebt ein Experte aus Klinik oder Praxis besondere Inhalte von Kongressen und aus der aktuellen kardiologischen Berichterstattung hervor. PD Dr. Thomas Lauer arbeitet als niedergelassener Kardiologe und Partner im CardioCentrum Düsseldorf.

Literatur

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