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06.03.2017 | Kreislauferkrankungen | Nachrichten

Grad der Behinderung nicht verringert

Akuter Schlaganfall: Sehr frühe Statin-Therapie ohne Vorteil

Autor:
Peter Overbeck

Die These, dass eine sehr früh eingeleitete Statin-Therapie die ungünstigen neurologischen Auswirkungen eines ischämischen Schlaganfalls im Vergleich zu einer später begonnenen Therapie minimieren kann, hat sich in einer neuen Studie nicht bestätigt.

Eine  Lipidsenkung mit Statinen verhindert nicht nur Myokardinfarkte, sondern auch Schlaganfälle. Experten halten es zudem für möglich, dass Statine aufgrund von sogenannten pleiotropen Eigenschaften unabhängig von ihrer cholesterinsenkenden Wirkung im Fall eines eingetretenen Schlaganfalls die damit verbundenen funktionellen Behinderungen begrenzen können.

Ob dies tatsächlich der Fall ist, haben japanische Untersucher erstmals in einer offenen randomisierten kontrollierten Studie namens ASSORT (AdminiStration of Statin On acute ischemic stRoke patienT Trial)  untersucht. Dafür sind an 13 Zentren in Japan insgesamt 270 Patienten mit akutem ischämischem Schlaganfall rekrutiert und per Randomisierung zwei Behandlungsgruppen zugeteilt worden. In der einen Gruppe wurde schon innerhalb von 24 Stunden nach stationärer Aufnahme eine Behandlung mit einem von drei Statinen (Atorvastatin 20mg/Tag, Pitavastatin 4mg/Tag oder  Rosuvastatin 5mg/Tag) eingeleitet, in der anderen Gruppe wurde mit dieser Therapie erst am 7. Tag begonnen.

Kein Unterschied im Rankin-Score

Die primäre Frage war, ob sich der frühere Beginn der Statin-Therapie günstig auf den Grad der Behinderung – quantifiziert im modifizierten Rankin-Score – nach 90 Tagen auswirken würde. Das war nicht der Fall: In puncto  neurologische Funktionseinschränkung waren früh behandelte Patienten am Ende nicht besser dran als verzögert behandelte Patienten, so das von Studienleiter Dr. Shinichi Yoshimura, Hyogo College of Medicine, Nisinomiya City,  jüngst bei der International Stroke Conference im texanischen Houston präsentierte Hauptergebnis. Signifikant unterschiedlich waren einzig die LDL-Cholesterinspiegel, die in der Gruppe mit früh begonnener Statin-Behandlung niedriger waren.

Das Studienergebnis ist sicher nicht auf alle Schlaganfall-Patienten übertragbar, da die Teilnehmer der Studie im Schnitt eher leichte Hirninsulte hatten. Zudem waren die verwendeten Statine relativ niedrig dosiert. Ob eine intensivere frühe Statin-Therapie bei Patienten mit schweren Schlaganfällen womöglich doch Vorteile zu bieten hat, muss  somit noch geklärt werden.

Literatur

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