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08.09.2017 | Kreislauferkrankungen | Nachrichten

ESC 2017: PATHWAY-2-Studie untersucht Mechanismen

Resistente Hypertonie: Häufig ist es einfach eine Salzüberladung

Autor:
Dr. Dirk Einecke

Nach Ansicht britischer Forscher liegt einer „therapieresistenten“ Hypertonie häufig eine Salzüberladung zugrunde. Mit Spironolacton oder Amilorid könne bei vielen dieser Patienten der Blutdruck kontrolliert werden, berichteten sie beim europäischen Herzkongress.

Bei etwa 10 % aller Hypertoniker gelingt es nicht, trotz Allgemeinmaßnahmen und Behandlung mit einer Dreierkombination aus in der Regel ACE-Hemmer, Kalzium-Antagonist und Diuretikum den Blutdruck zu kontrollieren.

Mit welchem weiteren Medikament man bei solchen Patienten den größten Erfolg erzielt, wurde in der sog. PATHWAY-2-Studie überprüft, deren Ergebnisse bereits beim ESC-Kongress 2015 in London präsentiert worden waren. Bei 314 Patienten waren im 12-Wochen-Turnus Therapien mit Bisoprolol, Doxazosin, Spironolacton oder Plazebo ausprobiert worden.

Alte Medikamente wirken am besten

Den Vergleich hatte Spironolacton gewonnen: Es senkte den Blutdruck um 4 mmHg stärker ab als die anderen Antihypertensiva (um 8,7 mmHg vs. Placebo) und brachte signifikant mehr Patienten in den Zielbereich (58 vs. 42 %, 44 und 24 %).

Im Rahmen der PATHWAY-2-Studie hatten die Autoren drei Substudien durchgeführt. Ziel war es, den Grund für die Überlegenheit von Spironolacton zu erforschen und zu testen, ob Amilorid ebenso effektiv ist wie Spironolacton. Dazu wurden spezielle nicht invasive Messungen des Herzminutenvolumens, des systemischen Gefäßwiderstandes und gesamten Körperwassers vorgenommen.

Man fand, dass Amilorid ebenso wirksam ist wie Spironolacton. „Damit steht eine Alternative zur Verfügung für Patienten, die Spironolacton nicht vertragen“, so Studienautor Dr. Bryan Williams, University College London, beim ESC-Kongress 2017 in Barcelona.

Den Grund für die gute Wirksamkeit beider Medikamente bei resistenter Hypertonie sehen die Forscher in einer Überproduktion von Aldosteron mit konsekutiver Salzretention und Salzüberladung des Körpers. Williams: „Mit den beiden günstigen Medikamenten können wir einen großen Teil der resistenten Hypertoniker exzellent kontrollieren und dadurch das Risiko für schwere kardiovaskuläre Komplikationen signifikant senken.“

Literatur

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