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23.03.2016 | Nachrichten | Onlineartikel

Familiäre Hypercholesterinämie

Lipidsenkung mit PCSK9-Hemmer erspart LDL-Apherese

Autor:
Peter Overbeck

Patienten mit heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie (HeFH) profitieren klinisch von einer Lipidsenkung mit dem PCSK9-Hemmer Alirocumab. In zwei Drittel aller Fälle ersparte ihnen diese Therapie eine zuvor notwendige regelmäßige LDL-Apherese, so das jetzt bekannt gegebene Ergebnis der Studie ODYSSEY ESCAPE.

Die Unternehmen Sanofi und Regerenon informieren in einer Pressemitteilung vom 23. März 2016 über den positiven Ausgang der placebokontrollierten Phase-III-Studie ODYSSEY ESCAPE. In dieser Studie ist der PCSK9-Hemmer Alirocumab bei Patienten mit HeFH, die sich vor Studienbeginn wegen hoher LDL-Cholesterinwerte einmal wöchentlich oder alle zwei Wochen einer LDL-Apherese unterziehen mussten, auf Sicherheit und Wirksamkeit geprüft worden.

Apherese-Häufigkeit um 75 Prozent verringert

Laut Pressemitteilung hat die Studie ihr Ziel erreicht: Demnach führte die Verbesserung des Lipidprofils durch Alirocumab dazu, dass die Häufigkeit der Apherese-Behandlung signifikant um 75 Prozent verringert werden konnte (p < 0,0001). Bei 63 Prozent aller Patienten der Alirocumab-Gruppe wurde die LDL-Eliminationsbehandlung als nicht länger erforderlich erachtet – was in der Placebo-Gruppe bei keinem Patienten der Fall war. ODYSSEY ESCAPE ist die erste Studie, in der ein solcher Effekt nachgewiesen worden ist.

Für die Studie waren an 14 Zentren in den USA und in Deutschland 62 Patienten mit HeFH rekrutiert worden, die vor der Randomisierung auf wöchentlich oder alle zwei Wochen erforderliche Apherese-Therapien zur LDL-Eliminierung aus dem Blut angewiesen an. Aufgeteilt auf zwei Gruppen erhielten 41 Patienten alle zwei Wochen 150 mg Alirocumab subkutan und 21 Patienten eine entsprechende Placebo-Injektion – jeweils additiv zur bereits bestehenden Therapie.

Die Doppelblind-Phase bestand aus zwei Intervallen: In den ersten sechs Wochen erfolgten die LDL-Apherese-Behandlungen zunächst weiterhin in der gewohnten Frequenz, danach wurde die Häufigkeit in den folgenden 12 Wochen nach Maßgabe der LDL-Cholesterinwerte festgelegt. Detaillierte Ergebnisse sollen in naher Zukunft auf einem Medizinerkongress vorgestellt werden.

Für die Patienten ist die invasive LDL-Apherese, die jeweils bis zu drei Stunden Zeit in Anspruch nehmen kann, ein belastendes Verfahren, das zudem sehr kostenintensiv ist. Die pro Jahr anfallenden Kosten für diese Therapie, die in Deutschland von 200 Zentren angeboten wird, belaufen sich laut Pressemitteilung auf bis zu  60.000 Euro.

Sollte sich erweisen, dass PCSK9-Hemmer wie Alirocumab auch auf längere Sicht die LDL-Apherese entbehrlich machen, dürfte sichergestellt sein, dass diese neuen Lipidsenker auch in puncto Kosteneffizienz von Vorteil sind.

Literatur

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