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17.03.2015 | Nachrichten | Onlineartikel

ACC-Kongress

Mitralklappen-OP: Gleichzeitige Ablation reduziert Vorhofflimmern

Autor:
Philipp Grätzel

Patienten mit Vorhofflimmern profitieren bei einer Mitralklappen-Operation hinsichtlich des Herzrhythmus von einer zusätzlichen chirurgischen Ablation des Vorhofflimmerns. Allerdings ändert sich die Lebensqualität dadurch nicht, und permanente Schrittmacher sind häufiger.

Ärzte aus dem nordamerikanischen Cardiothoracic Surgical Trials Network (CTSN) haben beim ACC 2015 in San Diego in der Late Breaking Trial-Session die Ergebnisse einer zeitgleich im New England Journal of Medicine publizierten, randomisierten Studie zur Ablationstherapie im Rahmen einer Mitralklappenoperation vorgestellt.

Konkret wurden 260 Patienten, bei denen wegen ausgeprägter Mitralinsuffizienz ein Mitralklappeneingriff nötig war und die zusätzlich persistierendes Vorhofflimmern aufwiesen, entweder nur operiert oder erhielten zusätzlich eine elektrophysiologische Therapie zur Beseitigung des Vorhofflimmerns. Bei den 133 Patienten in der Ablationsgruppe wurde außerdem ebenfalls randomisiert die biatriale Ablation mit der Pulmonalvenenisolation verglichen.

Vorhofflimmern signifikant reduziert

Nach einem Jahr waren in der Ablationsgruppe 63,2% der Patienten frei von Vorhofflimmern, in der Kontrollgruppe waren es nur 29,4%, ein hoch signifikanter Unterschied (p<0,001). Keinen statistisch signifikanten Unterschied gab es beim Vergleich der beiden Ablationsverfahren. In der Gruppe mit Pulmonalvenenisolation waren nach einem Jahr 61% der Patienten frei von Vorhofflimmern, bei biatrialer Ablation waren es 66%.

Die 1-Jahres-Sterblichkeit betrug in den Ablationsgruppen 6,8%, in der Gruppe, in der nur operiert wurde 8,7%. Auch dieser Unterschied war nicht statistisch signifikant.

Häufiger Schrittmacher nötig

Etwas ungünstiger waren die Ergebnisse bei der Auswertung der Komplikationen. Permanente Schrittmacher wurden in der Gruppe mit Ablation bei 21,5% der Patienten nötig, deutlich mehr als in der Kontrollgruppe (8,1%).

Keinen Unterschied gab es im primären Sicherheitsendpunkt sowie bei den schweren unerwünschten Ereignissen aller Art. Auch was die Lebensqualität angeht, gab es zwischen den Gruppen nach einem Jahr so gut wie keine Unterschiede.

Die Studienautoren diskutieren die hohe Schrittmacherquote mit Verweis darauf, dass die Hälfte der Patienten in der Ablationsgruppe an mehreren Herzklappen operiert wurde, wodurch sich das Risiko eines AV-Blocks erhöht habe. Zudem sei die Hälfte der Patienten über 70 Jahre alt gewesen.

Ganz stichhaltig sind diese Einwände allerdings nicht: Das Durchschnittsalter zwischen den Gruppen unterscheidet sich nicht. Und der Anteil der Patienten, die zusätzlich an Aorten- oder Pulmonalklappe operiert wurden, war in der Gruppe ohne Ablation sogar geringfügig höher. 

Literatur

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