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26.11.2014 | Nachrichten | Onlineartikel

Starker Cholesterinsenker

Neuer PCSK9-Hemmer weiter auf Erfolgskurs

Autor:
Peter Overbeck

Die Serie positiver Studien zur LDL-Senkung mit den PCSK9-Hemmer Alirocumab setzt sich fort. Sechs neue Studien des umfangreichen ODYSSEY-Forschungsprogramms sind beim AHA-Kongress vorgestellt worden.

Alirocumab ist ein humaner monoklonaler Antikörper, der vermittelt über seine gegen das Protein Proproteinkonvertase Subtilisin/Kexin Typ 9 (PCSK9) gerichtete Wirkung in der Lage ist, das LDL-Cholesterin im Blut substanziell zu verringern.
Die klinische Entwicklung dieses PCSK9-Hemmers durch die Unternehmen Sanofi und Regeneron erfolgt in einem Phase-III-Studienprogramm (ODYSSEY), das aus 14 Einzelstudien mit insgesamt mehr als 23 000 beteiligten Patienten besteht. Alirocumab ist dabei in zwei Dosierungen (75 mg oder 150 mg) alle zwei Wochen von den Patienten selbst subkutan injiziert worden.
Sechs Studien aus diesem Forschungsprojekt waren im Programm des AHA-Kongress 2014 vertreten. Als „Late-Breaking“-Präsentation war dabei der Studie ODYSSEY ALTERNATIVE besondere Aufmerksamkeit sicher.

Vergleichstest bei Patienten mit Statinunverträglichkeit

Darin ging es um mögliche Therapiealternativen für die Cholesterinsenkung bei Patienten mit Statinintoleranz. Beteiligt waren 314 Patienten, die zuvor mindestens zwei Statine nicht vertragen hatten und randomisiert einer Behandlung mit Alirocumab oder dem Cholesterinresorptionshemmer Ezetimib zugeteilt wurden.
Bei einer kleineren Zahl von Patienten wurde zudem ein erneuter Therapieversuch mit einem Statin (Atorvastatin 20 mg) unternommen.
Von primärem Interesse war der Vergleich zwischen Alirocumab und Ezetimib nach 24 Wochen. In der Alirocumab-Gruppe wurde das LDL-Cholesterin (mittlerer Ausgangswert: 191,1 mg/dl) in dieser Zeit im Schnitt um 45 Prozent reduziert. Ezetimib brachte es in der Vergleichsgruppe (mittlerer LDL-Ausgangswert: 193,5 mg/dl) auf eine Reduktion um 14,6 Prozent.

Vorteile in Sachen Verträglichkeit

Mit Alirocumab erreichten 42 Prozent aller Patienten trotz hoher Ausgangswerte die LDL-Zielwerte (Ezetimib: 4 Prozent). In puncto Verträglichkeit (etwa muskuläre Beschwerden betreffend) und Therapieabbrüche erwies sich Alirocumab als vorteilhaft im Vergleich zu Ezetimib wie auch Atorvastatin.
Interessant ist: Immerhin rund 75 Prozent der zuvor als "statinintolerant" eingestuften Patienten in der Atorvastatin-Gruppe brachen die verblindete Behandlung mit diesem Statin nicht ab.
In zwei Studien (OPTIONS I und II) ist Alirocumab als additive Therapie bei bereits mit Statinen (Atorvastatin, Rosuvastatin) behandelten Patienten mit diversen alternativen Optionen (Zugabe von Ezetimib, Verdopplung der Statindosis, Wechsel von Atorvastatin auf Rosuvastatin) verglichen worden.
Ergebnis: In beiden Studien reduzierte Alirocumab die LDL-Cholesterinspiegel jeweils signifikant stärker als die damit verglichenen Therapieregime.
In den Studien COMBO-I und HIGH-FH ist Alirocumab mit Placebo verglichen worden, und zwar bei suboptimal behandelten Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko oder heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie (HeFH). Erreicht wurden LDLSenkungen um 48 Prozent respektive 46 Prozent.
In der Studie ODYSSEY LONG TERM ging es um den Langzeitvergleich von Alirocumab (n = 1533) mit Placebo (n = 788) bei Hochrisiko- oder HeFH-Patienten mit maximal dosierter Statintherapie.

LDL-Reduktion um mehr als 60 Prozent

Nach 24 Wochen waren die LDL-Cholesterinwerte in der Alirocumab-Gruppe um 62 Prozent und nach 52 Wochen um 61 Prozent niedriger als in der Placebogruppe. Nach einem Jahr lagen die LDL-Werte unter dem PCSK-Hemmer im Mittel bei 53 mg/dl (Placebo: 123 mg/dl).
Bei 562 Teilnehmern wurden bei zwei konsekutiven Messungen jeweils sehr niedrige LDL-Werte im Bereich unter 25 mg/dl festgestellt. In dieser Subgruppe wie auch im Gesamtkollektiv aller mit Alirocumab behandelten Patienten unterschied sich die Rate an unerwünschten Effekten nicht von der entsprechenden Rate in der Placebo-Gruppe.

Literatur