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10.04.2018 | Neurologie | Nachrichten

Expertenkommentar

PFO bei Operation: Ist ein Schlaganfall vorprogrammiert?

Autor:
Andeep Singh Pannu

Ein persitierendes Foramen ovale (PFO) erhöht einer aktuellen Studie zufolge das Risiko nach einer Operation, einen Schlaganfall zu erleiden. Ein Experte kommentiert die praktischen Konsequenzen aus dieser Erkenntnis.

 Es liegen mittlerweile vielfältige Daten vor, die eine Zusammenhang zwischen kyptogenen Schlaganfällen und einem persistierenden Foramen ovale (PFO) belegen. 

Eine 2018 in JAMA publizierte Studie von Pauline Y. Ng et al. geht nun einen Schritt weiter. Darin wurde das Risiko eines postoperativen Schlaganfalls nach einer Operation in Allgemeinnarkose in Abhängigkeit vom Vorhandensein eines PFO analysiert. Die Chance einen Schlaganfall in den ersten 30 Tagen nach OP zu erleiden, war signifikant und auch klinisch relevant höher.

Beachtenswert war, dass auch solche Patienten mit PFO einen Schlaganfall erlitten haben, deren sonstiges Risiko eher als gering einzuschätzen war. Dies passt gut zu der Beobachtung von kryptogenen Schlaganfällen bei Vorhandensein eines PFO.

Wie in dem Beitrag PFO erhöht Risiko für einen Schlaganfall bei Operationen ausgeführt, halten sich die Autoren mit Handlungsempfehlungen zurück. 

Jedoch zeigen kürzlich publizierte Daten, dass bei Patienten mit kryptogenem Schlaganfall und PFO (mit signifikantem Shunt bzw. Vorhofseptumaneurysma) ein interventioneller PFO-Verschluss empfohlen werden sollte. Diese Empfehlung kann natürlich nicht einfach auf die in dieser Studie analysierten Patienten übertragen werden.

Eine wichtige Limitation besteht darin, dass nur bei 1 % der Patienten ein PFO laut Diagnoseliste bekannt war. Auswertungen zeigen jedoch, dass in der Gesamtpopulation das PFO bei über einem Viertel der Bevölkerung vorkommt. So könnten die Ergebnisse letztendlich doch durch Patientenselektion verfälscht sein, in Anbetracht der vielen versteckten PFO-Patienten in der nicht-PFO-Gruppe. Um therapeutische Konsequenz ziehen zu können, bleiben also die Ergebnisse weiterer klinischer Studien abzuwarten. Sie einer strukturierten PFO-Detektion, als auch insbesondere in Anbetracht der Risiko-Nutzen-Bewertung, die den Nutzen einer Schlaganfallprophylaxe gegenüber Blutungskomplikationen abwägt.

Literatur