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17.11.2016 | Neurologie | Nachrichten

AHA 2016. Vorsicht mit hohen Dosen

Säureblocker erhöhen Schlaganfallrisiko

Autor:
Dr. Dirk Einecke

Die Einnahme hochdosierter Protonenpumpenhemmer könnte mit einem erhöhten Risiko ischämischer Schlaganfälle assoziiert sein, so das Ergebnis einer landesweiten Studie aus Dänemark.

Die Autorengruppe um Dr. Thomas Sehested von der Danish Heart Foundation in Kopenhagen hatte alle 244.679 Patienten unter die Lupe genommen, die zwischen 1997 und 2012 in Dänemark eine Gastroskopie erhalten hatten und keine kardiovaskulären Erkrankungen aufwiesen. 44 % aller Patienten waren im Anschluss mit Protonenpumpenhemmern (PPI) behandelt worden. Im Laufe von sechs Jahren nach der Untersuchung erlitten 9.489 Patienten einen ersten ischämischen Schlaganfall.

Es wurde analysiert, ob die Einnahme von PPI (Omeprazol, Lansoprazol, Esomeprazol, Pantoprazol) mit einem erhöhten Schlaganfall-Risiko verbunden war. Dazu wurden mittels Regressionsanalyse andere Schlaganfall auslösende Faktoren berücksichtigt, darunter Alter, Geschlecht, Bluthochdruck, Vorhofflimmern, Herzinsuffizienz, Diabetes, Malignome, Nierenerkrankung, Magenulzera und die Einnahme von Schmerzmitteln.

Insgesamt fanden sie eine signifikante Erhöhung des Insultrisikos um 21 % (p < 0,0001). Diese stieg mit der Dosis und der Behandlungsdauer an. Bei geringen PPI-Dosierungen bestand keine oder nur eine geringfügige Assoziation. Die jeweiligen Höchstdosen erhöhten das Schlaganfall-Risiko deutlicher: um 30 % bei Lansoprazol 60 mg/d, um 40 % bei Omeprazol 40 mg/d, um 58 % bei Esomeprazol 80 mg/d und um 94 % bei Pantoprazol 80 mg/d. Bei H2-Blockern fand sich keine solche Assoziation.

Die Autoren regen eine prospektive kardiovaskuläre Sicherheitsstudie für PPIs an und mahnen, diese Medikamente nur bei wirklicher Indikation so kurz wie möglich einzusetzen. 

Literatur

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