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26.04.2014 | Nachrichten | Onlineartikel

Oft reicht ein Clip nicht

Patienten mit zwei MitraClips brauchen engmaschige Nachsorge

Autor:
Dr. med. Wolfgang Schillinger

Die Therapie einer Mitralklappeninsuffizienz erfolgt heute oftmals mit zwei oder mehr Mitra-Clips. Das TRAMI-Register deckt auf, worin die Unterschiede zur 1-Clip-Strategie bestehen.


Das ursprüngliche Konzept der MitraClip-Implantation sah die Platzierung eines einzelnen Clips am Ursprung der Mitralinsuffizienz vor, bei der primären Mitralinsuffizienz an einem prolabierenden Segel bzw. einem abgerissenen Sehnenfaden, bei der sekundären Mitralinsuffizienz meist zentral. Rasch zeigte sich aber, dass mehr als nur ein einzelner Clip technisch möglich und oft nötig ist, um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen.

In das deutsche TRAMI-Register wurden bis Juli 2013 803 Patienten prospektiv aufgenommen. Ein einzelner Clip wurde bei 461 (57,4%) Patienten, zwei Clips bei 312 (38,9%) Patienten, drei oder mehr Clips bei nur 30 (3,7%) Patienten verwendet. Wir haben die Ergebnisse von Patienten verglichen, die ein oder zwei Clips erhalten haben.

Patienten mit zwei Clips waren häufiger männlich (68,9 vs. 54,7%) und größer (172 vs. 168 cm). Die Prävalenz der dilatativen Kardiomyopathie (14,1 vs. 8,2%), eine kürzlich notwendige Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz (61,6 vs. 51,0%) und das Vorhandensein eines implantierten Kardioverter-Defibrillators (45,2 vs. 32,7%) waren signifikant häufiger. Die Gruppe der Patienten mit zwei Clips hatte größere linksventrikuläre Dimensionen (linksventrikulärer enddiastolischer Diameter 60 vs. 58 mm) und der Anteil an Patienten mit einer erhaltenen linksventrikulären Ejektionsfraktion war geringer (26,4 vs. 33,6%). Die Allokation zur nicht chirurgischen Therapie wurde häufiger durch das Herzteam vorgenommen (65,1 vs. 56,4%), was ein Hinweis auf das komplexere Patientenkollektiv sein könnte.

Unterschiede beim Prozedurerfolg

Der Prozedurerfolg, der als erfolgreiche Clip-Platzierung mit allenfalls mittelgradiger Restinsuffizienz definiert war, wurde seltener bei Patienten mit zwei Clips erreicht (80,5 vs. 89,1%). Die Prozedurdauer (115 vs. 91 min) und die Durchleuchtungszeiten (32 vs. 26 min) waren länger. Außerdem war bei Patienten mit zwei Clips häufiger eine frühe herzinsuffizienzbedingte Rehospitalisierung innerhalb einer medianen Nachbeobachtungsdauer von acht Wochen nötig (9,0 vs. 3,4%). Die kurzfristige Therapiesicherheit war in beiden Gruppen vergleichbar.

Zwei Clips eher bei schwerer erkrankten Patienten

Die Auswahlkriterien für eine 2-Clip-Strategie werden daher offenbar von konstitutionellen Faktoren (männliches Geschlecht, Körpergröße) und mit der Kardiomyopathie assoziierten Faktoren (Ätiologie, linksventrikuläre Dimensionen) beeinflusst. Diese Patienten sind anfälliger für ein prozedurales Versagen und eine frühe Rehospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz und weisen möglicherweise ein weiter fortgeschrittenes Stadium der Herzinsuffizienz auf.

Diese Befunde sollten daher Anlass zu einer sorgfältigen und engmaschigeren Nachsorge geben.

Wolfgang Schillinger präsentierte diese Ergebnisse am Mittwoch, den 23. April 2014, von 15.30 bis 17.00 Uhr im Saal 17.

Literatur

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