Nachrichten 20.05.2015

Persistierendes Vorhofflimmern: Pulmonalvenenisolation bleibt primäre Ablationsstrategie

Nachdem bereits die STAR-AF-Studie keinen zusätzlichen Nutzen einer linearen oder fokalen Substatmodifikation in der Ablationstherapie bei Vorhofflimmern gezeigt hatte, bestätigt nun eine weitere randomisierte Studie diese Ergebnisse.

Eine von Dr. Gareth Wynn beim Kongress der Heart Rhythm Society (HRS) in Boston vorgestellte kontrollierte und randomisierte Studie untersuchte den zusätzlichen Effekt einer biatrialen linearen Ablation in der Erstprozedur zur Pulmonalvenenisolation bei Patienten mit persistierendem Vorhofflimmern und vermutetem linksatrialem Substrat.

Die über 12 Monate mit einem dreimonatlichen 24-Stunden-Langzeit-EKG überwachte Untersuchung schloss 122 Patienten ein. Die Definition von persistierendem Vorhofflimmern mit vermutlich zusätzlichem Substrat in den Vorhöfen war in dieser Studie persistierendes Vorhofflimmern unter 1 Jahr oder paroxysmales Vorhofflimmern über 12 Stunden anhaltend mit linksatrialer Dilatation (>45 mm) oder Übergewicht mit einem Schlafapnoesyndrom oder Hypertonie mit messbarer linksventrikulären Hypertrophie oder Diabetes oder einem alter über 65 Jahren.

In der zusätzlichen Substratgruppe wurde der cavotricuspidale Isthmus, der Mitralisthmus und eine LA Dachlinie abladiert und mittels bidirektionen Block überprüft. 32% der Patienten in der PVI-only-Gruppe und 38% in zusätzlichen linearen Substartmodifikationsgruppe zeigten ein Rezidiv. Der Unterschied war nicht signifikant voneinander verschieden. Die Komplikationsraten waren nicht signifikant unterschiedlich. Die Prozedurdauer und die Durchleuchtungszeiten waren natürlich in der Patientengruppe mit zusätzlicher Substratmodifikation signifikant verlängert.

Natürlich haben weiterhin Ablationsansätze mit linearer oder fokaler Substratmodifikation ihren Stellenwert. Für die primäre Prozedur sind sie nun obsolet.

In unserer Kolumne „Expertenblickpunkt“ hebt ein Experte aus Klinik oder Praxis besondere Inhalte von Kongressen und aus der aktuellen kardiologischen Berichterstattung hervor. Dr. Claudius Hansen ist Kardiologe und Internist im Herz & Gefäßzentrum am Krankenhaus Neu-Bethlehem in Göttingen.

Literatur

LBCT02. Wynn et al. Effect of linear ablation in substrate-based AF: Results of the substrate modification with ablation and antiarrhythmic drugs in non-permanent atrial fibrillation trial. Jahrestagung 2015 der Heart Rhythm Society (HRS), Boston, 13.–16. Mai 2015