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30.05.2014 | Nachrichten | Onlineartikel

Erektile Dysfunktion

Potenzsteigerung durch Ballonangioplastie der Penisarterie?

Autor:
Dr. Ulrike Fortmüller

Bei über 50-jährigen Patienten mit erektiler Dysfunktion (ED) ist die häufigste Ursache des Problems eine Stenose der Penisarterie. In einer kleinen taiwanesischen Studie konnte nun gezeigt werden, dass sich bei 60 Prozent der Betroffenen nach Ballonangioplastie mit gleichzeitiger intraarterieller Nitroglyzeringabe ein deutliche Besserung für mindestens sechs Monate erreichen lässt.

Körperliche Ursachen einer ED können z.B. neurologisch, hormonell, medikamentenbedingt oder arteriosklerotisch sein. Daten aus zehn angiografischen Studien mit 629 ED-Patienten zeigten, dass etwa 75 Prozent der Männer Stenosen der Penisarterie hatten.
In einer prospektiven unverblindeten Studie (PERFECT-1 = PElvic Revascularization For arteriogenetic EreCTile dysfunction) untersuchte Dr. Tzung-Dau Wang, National Taiwan University Hospital, die Sicherheit und Erfolgsdauer einer Katheter-basierten Therapie bei isolierter Penisarterienstenose (> 50 bis 70 Prozent des Durchmessers stenosiert) bei Patienten mit ED, die nicht oder unzureichend auf PDE-5-Inhibitoren ansprachen.
Als primärer Endpunkt für die Wirksamkeit wurde die Veränderung des IIEF-5 (International index for erectile function) –Score sechs Monate nach der Intervention im Vergleich zum Ausgangswert gemessen.

Nur 20 Patienten für eine Teilnahme geeignet

Von anfänglich 150 ED-Patienten erfüllten nur 20 die Einschlusskriterien (u.a. mussten die arteriosklerotischen Läsionen auf die Penisarterie beschränkt sein) für die Studie und erhielten eine Ballonangioplastie. Verwendet wurden dabei Ballonkatheterdurchmesser von 1 bis 2.25 mm).

Das Durchschnittsalter der Gruppe lag bei 61,7 + 7,7 Jahren. 65 Prozent der Studienteilnehmer hatten eine koronare Herzerkrankung und der durchschnittliche IIEF-Ausgangs-Score lag bei 10 + 5,2.
Der Eingriff konnte bei allen Patienten komplikationsfrei durchführt werden, nur in einem Fall kam es zu einer Dissektion.
Am Beispiel eines 61-jährigen Patienten mit seit zwei Jahren bestehender progressiver ED zeigte Wang eine Stenosenreduktion auf 30 Prozent und den Anstieg des IIEF-5-Scores von 17 vor dem Eingriff auf einen Wert von 25 nach einem und drei Monaten danach, bzw. auf 22 nach 6 Monaten.

Erfolg hielt etwa sechs Monate an

Im Durchschnitt stieg der IIEF-Score aller Studienteilnehmer vom Ausgangswert vor dem Eingriff um etwa 5 Punkte auf 15,2 + 6,3 nach 6 Monaten (p<0,001) an. Der klinische Erfolg hielt bei 60 Prozent der Patienten bis zu sechs Monate an, gemessen an einem relevanten IIEF-5-Anstieg um mindestens 4 Punkte oder einem IIEF-5-Wert über 22.

Limitationen der Studie sind allerdings die sehr kleine Teilnehmerzahl und der fehlende Kontrollarm. Eine routinemäßige Duplexsonografie des verbesserten Blutflusses in der Penisarterie fand auch nicht statt, CT-Angiografie-Ergebnisse zum Follow-up der Patienten sind derzeit nicht verfügbar.

Literatur

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