Nachrichten 29.08.2016

Aktive Senioren senken Herztodrisiko um bis zu zwei Drittel

Wer über 65 Jahre alt ist und regelmäßig körperliche Aktivitäten von moderater Intensität aufrechterhält, reduziert sein Herztodrisiko um mehr als 50 %, so das Ergebnis einer finnischen Studie.

Dass ein sportlicher Lebensstil vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützt. ist hinlänglich bekannt und wissenschaftlich gut dokumentiert. Weniger klar ist die Datenlage bei älteren Leuten.

Aus diesem Grund hat eine Autorengruppe um Frau Prof. Riita Antikainen von der Universität Oulu in Finnland knapp 2.500 über 65-jährige Männer und Frauen für die „National FINRISK Study“ rekrutiert und über im Median 11,8 Jahre beobachtet. Die Teilnehmer wurden nach ihren körperlichen Aktivitäten befragt und anhand der Antworten in drei Gruppen mit niedriger, moderater und hoher Aktivität eingeteilt. Zudem wurden Risikofaktoren evaluiert. Herz- und tumorkranke Patienten wurden ausgeschlossen.

Im Beobachtungszeitraum starben 197 Teilnehmer aus kardiovaskulärer Ursache, bei 416 trat eine erste kardiovaskuläre Komplikation auf. Nach Korrektur für kardiovaskuläre Risiko- und soziale Faktoren zeigte sich, dass Personen mit moderater bzw. hoher körperlicher Aktivität gegenüber körperlich Untätigen ein um 31 bzw. 45 % geringeres Risiko für eine akute kardiovaskuläre Komplikation aufwiesen. Die kardiovaskuläre Sterblichkeit war gar um 54 bzw. 66 % geringer.

Sich regelmäßig körperlich zu betätigen, wenn man über 65 Jahre alt ist, kann eine Herausforderung sein, so Antikainen. Die Studienergebnisse sollten aber Motivation sein. Denn fitte Senioren reduzieren ihr Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko deutlich.

Als moderate Aktivität galten übrigens schon Spazieren gehen, radeln, gärtnern, fischen oder jagen. Als hohe Aktivität eingestuft wurde anstrengende Gartenarbeiten, Schwimmen, Joggen, Gymnastik, Skifahren und Ballspiele.

Literatur

Jahrestagung der European Society of Cardiology (ESC), Rom, 27.–31. August 2016

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