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29.07.2016 | Prävention & Rehabilitation | Nachrichten

Kardiovaskuläre Prävention

Alltagsaktivität senkt KHK-Risiko auch bei jüngeren Frauen

Autor:
Veronika Schlimpert

Bewegung im Alltag scheint auch bei jüngeren Frauen das KHK-Risiko zu senken. Schnelles Gehen etwa reicht dafür schon aus.

Nicht nur ältere Menschen können ihr KHK-Risiko senken, wenn sie sich in ihrer Freizeit öfter mal vom Sofa auf bewegen. Auch für jüngere Frauen ließ sich nun belegen, dass Bewegung im Alltag mit einem geringeren KHK-Risiko assoziiert ist. Offenbar müssen Frauen hierfür auch keine größeren Anstrengungen vollbringen, wie Wissenschaftler um Andrea Chomistek von der Indiana Universität Bloomington nun in einer prospektiven Studie an 97.230 Teilnehmerinnen der Nurses Health Study II, die zwischen 27 und 44 Jahren alt waren, festgestellt haben.

Die physische Aktivität der Teilnehmerinnen wurde in dem 20-jährigen Follow-up in regelmäßigen Abständen erfragt und in metabolische Äquivalente (metabolic equivalent of task, MET) kalkuliert: Moderate Aktivität war definiert als 3≤ MET <6, starke körperliche Aktivität >6 MET. 

In einer multivariaten Analyse zeigte sich, dass jene Teilnehmerinnen, die in dieser Zeit am meisten Freizeitsport betrieben hatten (≥ 30 MET-Stunden/Woche) ein signifikant um 25% niedrigeres KHK-Risiko (Hazard Ratio, HR=0,75) aufwiesen als  bewegungsarme Teilnehmerinnen (<1 MET-Stunde/Woche).

Moderate Bewegung reicht schon

Bereits moderate Bewegung von 15 MET-Stunden in der Woche oder mehr wie schnelles Gehen, Yoga, Gartenarbeit usw. reichte aus, um das KHK-Risiko der Frauen um 33% zu senken (im Vergleich zu den niedrigsten Level); allein schnelles Gehen von 2,5 Stunden wöchentlich oder mehr war mit einem 35% niedrigeren KHK-Risiko assoziiert. Frauen, die angaben, sich mehr als 15 MET-Stunden pro Woche stärker körperlich zu betätigten, also Joggten, Schwammen, Tennis spielten usw., wiesen ein um 23% niedrigeres KHK-Risiko auf. 

Dabei scheint es zumindest nach den Ergebnissen dieser Studie egal zu sein, auf wie viele Einheiten man die körperliche Aktivität in der Woche verteilt: Denn nach Adjustierung auf das Gesamt-Aktivitätsvolumen war die  Frequenz der Bewegungseinheiten nicht mehr signifikant mit einer niedrigeren KHK-Inzidenz assoziiert.

Effekt unabhängig vom BMI

Das Gewicht der Frauen hat offenbar keinen Einfluss auf die positiven Effekte von Freizeitaktivität: Egal mit welchen BMI, alle  Frauen profitierten hinsichtlich ihres kardiovaskulären Risikos von mehr Bewegung. 

Allerdings hatte in einer Analyse, in der die körperliche Aktivität früherer Jahre erfragt wurden, eine vermehrte Alltagsaktivität keinen Einfluss auf das KHK-Risiko. Dieser Befund deute darauf hin, dass die Assoziation zwischen körperlicher Bewegung und KHK-Prävention hauptsächlich auf die jüngste Aktivität zurückzuführen sei, schlussfolgern die Studienautoren. Es sei daher wichtig, zu kommunizieren, dass Menschen, die sich bisher kaum körperlich betätigten, trotzdem einen kardiovaskulärer Nutzen davon haben können, wenn sie sich ab sofort zu mehr Bewegung motivieren.  

Literatur

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