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13.07.2018 | Prävention & Rehabilitation | Nachrichten

Trinkverhalten von jungen Menschen

Erhöht Komasaufen den Blutdruck?

Autor:
Veronika Schlimpert

Ursache für einen Bluthochdruck bei jungen Menschen könnte auch ein übermäßiger Alkohol-Konsum sein. Zumindest ging Komasaufen in einer Studie mit erhöhten Blutdruck-Werten einher, allerdings nur bei den Männern. 

Wenn bei jungen Menschen ein hoher Blutdruck festgestellt wird, sollte man vielleicht auch nach deren Alkohol-Konsum fragen. In einer aktuellen Untersuchung hatten jüngere Männer, die angaben, sich des Öfteren ins Koma zu saufen, im Schnitt höhere systolische Blutdruckwerte als jene, die sich einem solchen Besäufnis niemals hingaben.

Frauen dagegen scheint ein extremer Alkohol-Konsum weniger zu schaden, jedenfalls zeigte sich in der aktuellen Studie keine entsprechende Assoziation.

Junge Erwachsene nach ihrem Trinkverhalten fragen

Bei jungen Erwachsenen sollten Ärzte den möglichen Einfluss von Komasaufen als Ursache für erhöhte Blutdruckwerte im Hinterkopf haben, resümieren die Studienautoren um Prof. Mariann Piano. Gegebenenfalls sollte man dann deren Trinkverhalten als Strategie zur Reduktion des kardiovaskulären Risikos ansprechen.

Für ihre Analyse haben die Wissenschaftler Daten von Teilnehmern des „US National Health and Nutrition Examination Surveys“ (NHANES) ausgewertet;  sie konzentrierten sich auf 4.710 Personen in einem Alter von 18 bis 45 Jahren, von denen Informationen zum Trinkverhalten vorlagen.  

Wer angab, mehrmals im Jahr vier bis fünf alkoholische Getränke an einem Tag zu konsumieren, galt als „Komasäufer“; differenziert wurde dabei in häufiges Komasaufen (> 12 Mal im Jahr) und weniger häufiges Komasaufen (1–12 Mal pro Jahr). 

Systolischer Blutdruck leicht erhöht

Beide Kategorien gingen bei den männlichen Teilnehmern mit einem signifikant höheren systolischen Blutdruck einher (121,8 bzw. 119,0 vs. 117,5 mmHg bei den Niemals-Komasäufern). Allerdings liegt selbst der Mittelwert bei den „Komasäufern“ nach den geltenden europäischen Leitlinien noch im Normbereich (nach dem US-Leitlinien gilt 120–129 mmHg bereits als „erhöht“).

Darüber hinaus hatten die männlichen Probanden, die häufiger über die Stränge schlugen, signifikant höhere Gesamtcholesterin-Spiegel (215,5 bzw, 217,9 vs. 201,8 mg/dL) und HDL-Werte (52,3 bzw. 50,6 vs. 47,0 mg/dL).

Wie bei vielen anderen Studien zum Einfluss von Alkohol auf die Herzgesundheit handelt es sich auch bei dieser Untersuchung um eine Assoziationsstudie, die damit keinen Rückschluss auf eine Kausalität zulässt. Obwohl auf das Ernährungs- und Sportverhalten der Teilnehmer adjustiert wurde, kann das Ergebnis durch viele nicht messbare Störfaktoren beeinflusst worden sein.  

Literatur

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