Nachrichten 11.05.2021

Erneuter Erfolg mit Finerenon bei Patienten mit Nierenerkrankung

Nach FIDELIO-DKD scheint nun auch die Phase-III-Studie FIGARO-DKD ein Erfolg für die Therapie mit Finerenon bei Patienten mit Nierenerkrankung und Typ-2-Diabetes geworden zu sein – diesmal im Hinblick auf die Reduktion kardiovaskulärer Ereignisse.

Die randomisierte placebokontrollierte Phase-III-Studie FIGARO-DKD zur Beurteilung der Wirksamkeit und Sicherheit von Finerenon bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung und Typ-2-Diabetes habe „ihren primären Endpunkt erreicht“, informiert das Unternehmen Bayer in einer aktuellen Pressemitteilung.

Das bedeutet, dass Finerenon, ein nicht-steroidaler selektiver Mineralokortikoidrezeptor-Antagonist (MRA), das Risiko für das Auftreten der Ereignisse kardiovaskulärer Tod, nicht tödlicher Myokardinfarkt, nicht tödlicher Schlaganfall oder Krankenhausaufenthalt wegen Herzinsuffizienz (primärer kombinierter Endpunkt) im Vergleich zu Placebo signifikant reduziert hat. Mehr wird derzeit über den Ausgang der Studie nicht verraten.

FIGARO-DKD und FIDELIO-DKD sind Teil eines umfangreichen klinischen Studienprogramms bei mehr als 13.000 Patienten mit Typ-2-Diabetes und chronischer Nierenerkrankung unterschiedlichster Schweregrade; das Spektrum reicht von Frühstadien der Nierenschädigung bis zu fortgeschrittenen Stadien der Nierenerkrankung.

In der im Oktober 2020 bei der „Kidney Week“ vorgestellten und simultan im „New England Journal of Medicine“ publizierten FIDELIO-DKD-Studie hat Finerenon bereits bewiesen, dass damit bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und fortgeschrittener Nierenerkrankung sowohl die Progression der diabetischen Nephropathie (primärer Studienendpunkt) als auch das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse (sekundärer Endpunkt) additiv zur Standardtherapie signifikant verringert werden.

Kardiovaskuläre Risikoreduktion um 14% in FIDELIO-DKD

Wie der primäre Endpunkt in FIGARO-DKD umfasste auch der sekundäre kardiovaskuläre Endpunkt (key secondary outcome) in FIDELIO-DKD die Ereignisse kardiovaskulärer Tod, nicht tödlicher Myokardinfarkt oder Schlaganfall sowie Krankenhausaufenthalt wegen Herzinsuffizienz. Entsprechende kardiovaskuläre Ereignisse traten im Verlauf der FIDELIO-DKD-Studie bei 367 Patienten (13,0%) in der Finerenon-Gruppe und bei 420 Patienten (14,8%) in der Placebo-Gruppe auf. Der Unterschied entspricht einer signifikanten relativen Risikoreduktion um 14% durch Finerenon (Hazard Ratio [HR]: 0,86, 95% Konfidenzintervall [KI]: 0,75–0,99; p=0,034).

Ob die anhand des primären Endpunktes der FIGARO-DKD-Studie gezeigte kardiovaskuläre Risikoreduktion durch Finerenon in der gleichen Größenordnung wie in FIDELIO-DKD liegt, wird sich bei der künftigen Präsentation der kompletten Ergebnisse zeigen.

An der FIGARO-DKD-Studie waren rund 7.400 Patienten in 47 Ländern beteiligt. Der Anteil an Patienten mit weniger fortgeschrittener Erkrankung war in dieser Studie höher als in FIDELIO-DKD. Die Patienten erhielten nach Zufallszuteilung einmal täglich entweder Finerenon 10 mg oder 20 mg oral oder Placebo additiv zur Standardbehandlung.

Literatur

Pressemitteilung des Unternehmens Bayer vom 10.Mai 2021: Phase-III-Studie FIGARO-DKD mit Finerenon von Bayer erreicht primären Endpunkt zu kardiovaskulären Ergebnissen bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung und Typ-2-Diabetes.


 

Highlights

Jetzt wieder: Herzkongress mit wöchentlichen Vorträgen

Der DGK.Online-Kongress 2021 geht weiter: Jede Woche von 18:00–19:30 Uhr erwarten Sie spannende Live-Vorträge aus der Herz-Kreislauf-Medizin, viele davon CME-zertifiziert. Nehmen Sie teil und sammeln Sie live CME-Punkte!

Corona, COVID-19 & Co.

Die Ausbreitung des Coronavirus hat einschneidende Folgen auch für die Herzmedizin. Aktuelle Meldungen zu SARS-CoV-2 bzw. zu der Lungenkrankheit COVID-19 finden Sie in diesem Dossier.

Aktuelles und Neues aus der Kardiologie

KHK ist häufigste Ursache für plötzlichen Herztod – auch bei unter 50-Jährigen

Die KHK-Sterblichkeit ist rückläufig, wie der Herzbericht zeigt. Das sollte laut Experten aber nicht davor hinwegtäuschen, dass die Todeszahlen noch immer erschreckend hoch sind – das ist auch deshalb wichtig, weil die KHK die häufigste Ursache für Herzinsuffizienz und plötzlichen Herztod ist.

Bei Krebserkrankungen auch an Vorhofflimmern denken!

Patienten mit Krebserkrankungen haben ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Vorhofflimmern. Allerdings variiert dieses Risiko in Abhängigkeit von der Art der malignen Erkrankung, zeigt eine große Studie aus Südkorea.

Unerklärbarer Herzstillstand: Neues Krankheitsbild im EKG spezifiziert

Wenn junge Menschen einen plötzlichen Herztod erleiden, lässt sich manchmal keine Ursache ausmachen. Wissenschaftler haben jetzt ein Arrhythmie-Syndrom gefunden, das sich von anderen „unerklärbaren“ Herztod-Fällen unterscheidet – und für das es eine effektive Behandlung gibt.

Aus der Kardiothek

Patientin mit einem thorakalen Schmerzereignis – wie lautet Ihre Diagnose?

Lävokardiografie (RAO 30°-Projektion) einer 54-jährigen Patientin nach einem thorakalen Schmerzereignis. Was ist zu sehen?

Patientin mit passagerer Hemiparese – wie lautet Ihre Diagnose?

Transthorakale Echokardiographie mit Darstellung eines apikalen 4-Kammer Blicks einer Patientin mit passagerer Hemiparese.  Was ist zu sehen?

Status quo DMP KHK/Herzinsuffizienz – was Sie wissen müssen

Die Anforderungsrichtlinie für das Disease Management Programm (DMP) wurde gerade erst aktualisiert. Dr. Martin Dürsch erklärt, was es mit den Änderungen auf sich hat und wie sich die DMP Herzinsuffizienz im Alltag umsetzen lässt.

DGK.Online 2021/© DGK
Corona/© Naeblys / Getty images / iStock
Laevokardiographie (RAO 30° Projektion)/© M. Marwan, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Transthorakale Echokardiographie/© Daniel Bittner, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen
kardiologie @ home/© BNK | Kardiologie.org