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19.09.2016 | Prävention & Rehabilitation | Nachrichten

Aufmerksames Risikofaktoren-Management

Frühe Menopause birgt erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko

Autor:
Veronika Schlimpert

Ärzte sollten bei Frauen mit frühem oder vorzeitigem Beginn der Menopause womöglich ein aggressiveres Risikofaktoren-Management vornehmen. Denn diese Frauen scheinen einer Metaanalyse zufolge besonders gefährdet zu sein.

Frauen, deren Wechseljahre früh oder vorzeitig einsetzen, scheinen einem erhöhten kardiovaskulären Risiko ausgesetzt zu sein. Für diese These sprechen die Ergebnisse einer Metaanalyse mit 32 Studien und mehr als 50.000 Teilnehmerinnen. 

Hier hatten jene Frauen, die zu Beginn ihrer Menopause unter 45 Jahre alt waren, ein um 50% höheres relatives KHK-Risiko als zu diesem Zeitpunkt ältere Frauen. Das Risiko, an einer kardiovaskulären Erkrankung zu sterben, war um 19% erhöht, die Gesamtmortalität lag um 12% höher. Keinen Einfluss hatte das Eintrittsalter der Menopause auf das Schlaganfallrisiko. 

Frauen mit einem Menopausen-Beginn zwischen dem 50. und 54. Lebensjahr wiesen wiederum ein um 13% geringeres kardiovaskuläres Risiko auf als Frauen, deren Wechseljahre zwischen dem 45. und 49. Lebensjahr begonnen hatte. 

Im Allgemeinen setzt die Menopause bei Frauen in einem durchschnittlichen Alter von 51 Jahren ein. 

Mehrere Mechanismen möglich

Nach Ansicht der Studienautoren um Taulant Muka von der Erasmus Universität in Rotterdam könnten mehrere Mechanismen dafür verantwortlich sein, dass ein früherer Beginn für Frauen ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko birgt. Zum einen nehmen die hormonellen Umstellungen während der Wechseljahre und die damit einhergehende verringerte endogene Östrogenproduktion Einfluss auf unterschiedlichste Organfunktionen, beispielsweise auf die Dehnbarkeit der Blutgefäße. Zum anderen gibt es Hinweise, dass der Verlust der Ovarialfunktion langfristig zu einer erhöhten Aktivität des Renin-Angiotensin-Systems und damit zu einer endothelialen Dysfunktion, Inflammation, Veränderungen des Immunsystems und letztlich zu Gefäßschädigungen führt. Alternativ könnten gemeinsame Faktoren genetischer Natur, die einen frühen Menopausen-Beginn und ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko bedingen, diese Beobachtung erklären, schreiben die Studienautoren. In diesem Falle wäre eine frühe Menopause nur ein Marker für ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko und nicht die kausale Ursache.

Nach Ansicht der Wissenschaftler ist in diesem Feld allerdings noch mehr Forschungstätigkeit notwendig, da sich in der Literatur viele offene Fragen ergeben hätten.   

Literatur

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