Nachrichten 03.10.2017

Frühstücken für gesündere Arterien?

Für die Herzgesundheit ist das Frühstück offenbar wirklich die wichtigste Mahlzeit des Tages. Das Weglassen des morgendlichen Mahls ging in einer aktuellen Analyse mit einem erhöhten Atherosklerose-Risiko einher. Aber warum?

Aufs Frühstück sollte man wohl besser nicht verzichten. Sonst riskiert man die Entwicklung einer Atherosklerose, zumindest wenn man einer aktuellen Auswertung der PESA-Studie mit mehr als 4.000 Teilnehmern Glauben schenken mag.

Das Weglassen des Frühstücks ging hier mit einem 1,5-fach erhöhten Risiko für eine nichtkoronare und einem doppelt so hohen Risiko für eine generalisierte  Atherosklerose einher im Vergleich zu einer reichlichen Mahlzeit am Morgen (Odds Ratio, OR: 1,55 bzw. 2,57). Dieser Zusammenhang war unabhängig von anderen bekannten kardiovaskulären Risikofaktoren. Auch eine subklinische Atherosklerose, die bei 62,5 % der PESA-Teilnehmer vorlag, fand sich bei den Frühstücks-Verweigerern häufiger.

Zur Kategorie der Frühstücks-Auslasser zählten knapp 3 % der Probanden; sie blieben mit ihrer Nahrungszufuhr am Morgen unter < 5 % der täglichen Energiezufuhr, tranken also höchstens einen Kaffee, ein Glas Saft oder aßen etwas Obst. 69,4 % aßen morgens eher wenig (5 bis 20% der täglichen Energiezufuhr), 27,7 % gaben in dem digitalen Fragebogen an, morgens ordentlich reinzuhauen.

Die Teilnehmer, die das Frühstück wegließen oder in der Früh nur wenig zu sich nahmen, wiesen einen größeren Bauchumfang, höheren BMI, Blutdruck sowie höhere Lipid- und Glukosewerte auf als die guten Frühstücker.

Blutzucker, Insulin und Sättigungsgefühl

Dieses Ergebnis deute darauf hin, dass ein hoher Energiekonsum am Morgen Risikofaktoren für Herzerkrankungen und Diabetes positiv beeinflussen könne, schließen die Autoren um Irona Uzohva aus Madrid. So hätten klinische Studien gezeigt, dass eine hochkalorische Mahlzeit am Morgen mit niedrigeren Nüchternblutzuckerwerten und einer geringeren Insulinsekretion einhergehe und das Sättigungsgefühl über den Tag dann höher sei.    

Nach Ansicht der spanischen Wissenschaftler unterstreicht dieser Befund, wie wichtig es ist, ein qualitativ hochwertiges Frühstücks in die Alltagsroutine zu integrieren, um damit der Entwicklung einer frühen Atherosklerose vorzubeugen.

Frühstück – die wichtigste Mahlzeit des Tages

Auch Prakash Deedwania und Tushar Acharya pflichtigen der ersten Mahlzeit am Tage eine herausragende Bedeutung für die generelle Gesundheit bei. „Nach einem deftigen Frühstück, das mindestens 20 % der täglichen Energiezufuhr ausmacht, futtern Menschen über den Tag weniger ungesunde Nahrungsmittel“, führen sie in ihrem Editorial aus. Einige Studien haben das Auslassen des Frühstücks bereits mit dem Auftreten diverser kardiovaskulärer Erkrankungen in Verbindung gebracht.

Allerdings weisen die beiden Wissenschaftler auch darauf hin, dass das Weglassen des Frühstücks wohl eher ein Marker für einen schlechten Lebensstil darstellt als die kausale Ursache für die Entwicklung einer subklinischen Atherosklerose.  

Frühstücks-Muffel leben generell eher ungesund

So aßen die Frühstücks-Muffel in der PESA-Studie generell mehr rotes Fleisch und Fertigprodukte, tranken mehr Softdrinks und Alkohol und nahmen generell weniger Früchte, Gemüse und Ballaststoffe zu sich. Sie rauchten mehr, waren eher übergewichtig und metabolisch ungesund, was den Vergleich unter den Gruppen schwierig mache.

Diese Querschnittsstudie zeige nach Ansicht von Deedwania und Acharya also nur eine Assoziation und keine Kausalität auf. Beispielsweise könnte es auch sein, dass dicke Menschen eher das Frühstück weglassen, da sie abnehmen wollen, und Übergewicht ist bekanntermaßen ein Risikofaktor für die Entwicklung einer Atherosklerose.

Literatur

Irina Uzhova, Valentín Fuster, Antonio Fernández-Ortiz, et al. The Importance of Breakfast in Atherosclerosis Disease: Insights From the PESA Study Journal of the American College of Cardiology. JACC 2017;70(15):1833–42

Deedwania P, Acharya T. Hearty Breakfast for Healthier Arteries. JACC 2017;70(15): 1843–45

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