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17.11.2016 | Prävention & Rehabilitation | Nachrichten

AHA 2016. Bitterer Beigeschmack für die Gesundheit

Genetischer Geschmacksdefekt fördert Salz- und Fettkonsum

Autor:
Dr. Dirk Einecke

Personen mit einer genetisch bedingten Geschmacksstörung neigen dazu, mehr Salz, Alkohol und ungesättigte Fette zu verzehren.

Es ist offenbar nicht immer nur eine Charakterfrage, wenn sich ungesunde Ernährungsgewohnheiten einschleichen. Offenbar kann es auch in den Genen liegen. Wer Varianten im sog. TAS2R38-Gen aufweist und dadurch bittere Geschmacksrichtungen mit deutlicher Verstärkung wahrnimmt, trifft andere Entscheidungen bei der Speisenwahl.

Forscher der Universität Kentucky haben im Rahmen einer Studie die Ernährungsgewohnheiten von 400 Personen mit kardiovaskulären Risikofaktoren analysiert und gleichzeitig nach Veränderungen im Gen für den bitteren Geschmack geforscht. Sie fanden heraus, dass im Vergleich zu Personen ohne Gendefekt doppelt so viele Personen mit verstärkter Wahrnehmung von bitterem Geschmack mehr Salz konsumierten, als es der Gesundheit förderlich ist. Dabei hatten die Autoren für andere Faktoren, die Geschmack und Essenswahl beeinflussen, kontrolliert.

Warum Personen mit dieser Wahrnehmungsstörung mehr Salz verzehren, bleibt spekulativ. Entweder sie greifen häufiger zum Salz, weil der Genuss stärker ist. Oder sie salzen mehr, um den verstärkten Bittergeschmack abzumildern.

Literatur