Skip to main content
main-content

03.12.2018 | Prävention & Rehabilitation | Nachrichten

Norwegische Bevölkerungsstudie bestätigt:

Gute Fitness bietet Schutz vor Koronarerkrankung

Autor:
Peter Overbeck

Selbst bei offensichtlich gesunden Menschen ohne Herz-Kreislauf-Erkrankung macht der Grad der körperlichen Fitness mit Blick auf das kardiovaskuläre Risiko einen Unterschied: Je schlechter die Fitness, desto höher ist Wahrscheinlichkeit für eine künftige koronare Herzerkrankung.

Eine gute Fitness scheint per se vor Herz- und Gefäßerkrankungen zu schützen, während eine schlechte körperliche Leistungsfähigkeit ein Warnzeichen für drohende kardiovaskuläre Probleme in der Zukunft sein kann. Dafür sprechen Ergebnisse einer Langzeitstudie norwegischer Forscher.

Die Untersuchergruppe um Dr Bjarne Nes von der Norwegian University of Science and Technology (NTNU) hat 4527 gesunde Männer und Frauen, die zwischen 2006 und 2008 in  eine bevölkerungsbasierte Gesundheitsstudie (HUNT-3-Studie) in Norwegen aufgenommen worden waren, über mehrere Jahre nachbeobachtet. Alle Teilnehmer waren zu Beginn gesund  und frei von Herz-Kreislauf-, Lungen-, oder Krebserkrankungen. Ihre Blutdruckwerte waren normal.

Bei allen Teilnehmern  wurde initial per Blutgasanalyse die maximal mögliche Sauerstoffaufnahme (VO2max) bei Belastung als Goldstandard-Maß für die körperliche (Ausdauer-)Leistungsfähigkeit ermittelt   Dabei wurde während zunehmender Belastung auf dem Laufband der Sauerstoffgehalt der ein-  und ausgeatmeten Luft gemessen und in Relation zu den Faktoren Zeit und Körpergewicht gesetzt. Der durchschnittliche VO2max-Wert lag initial bei 36,0 ml/kg/min (Frauen) und 44,4 ml/kg/min (Männer).

KHK-Risiko bei guter Fitness nur halb so hoch

Die Dauer der Nachbeobachtung betrug im Schnitt knapp neun Jahre. In dieser Zeit wurde bei 147 Teilnehmern  (3,3%) eine tödlich verlaufene oder chronische koronare Herzerkrankung (KHK) diagnostiziert. In einer für diverse andere Einflussfaktoren adjustierten Analyse kamen  Nes und seine Kollegen zu dem Ergebnisse, dass jede Verbesserung  der maximalen Sauerstoffaufnahme um eine MET-Einheit (metabolic equivalent task; eine MET entspricht 3,5 ml/kg/min)  unabhängig vom Geschlecht der Teilnehmer mit einer relativen Abnahme des KHK-Risikos um 15% assoziiert war [Hazard Ratio (HR) 0,85, 95% Konfidenzintervall (CI) 0,77–0,93].

Nach VO2max-basierter Aufteilung der Teilnehmer in vier Gruppen zeigte sich, dass die Teilnehmer in der Quartile mit den besten VO2max-Werten  ein relativ um 48% niedrigeres Risiko für eine Koronarerkrankung hatten als die Teilnehmer in der Quartile mit den relativ niedrigsten VO2max-Werten. 

„Dies zeigt, dass eine höhere kardiorespiratorische Fitness sowohl vor akuten als auch chronischen Herz- und Gefäßproblemen schützt“,  so  Studienleiter Nes in einer Pressemitteilung der Europäischen Kardiologie-Gesellschaft ESC anlässlich der Studienpublikation im „European Heart Journal. „Selbst kleine Verbesserungen der Fitness könnten große Auswirkungen auf die Gesundheit haben,” so Nes.

Eine Limitierung der Studie könnte sein, dass der initial vorgenommene Belastungstest  dazu geführt hat, dass körperlich aktivere  Menschen eher zur Studienteilnahme bereit waren – was die Generalisierbarkeit der Studienergebnisse einschränken würde.

Literatur

Zurzeit meistgelesene Artikel

Highlights

23.01.2019 | DGK Herztage 2018 | Highlights | Video

Non-Compaction-Kardiomyopathie oder nicht? Knifflige Fälle aus dem klinischen Alltag

Non-Compaction-Kardiomyopathien sind nicht immer eindeutig von anderen Formen abzugrenzen. In seinem Vortrag geht Prof. Dr. Benjamin Meder, Heidelberg, auf die unterschiedliche Ätiologie und Diagnostik ein und stellt verschiedene schwierige Fälle vor. 

23.01.2019 | DGK Herztage 2018 | Highlights | Video

Das Wichtigste in Kürze zur hypertrophischen Kardiomyopathie

2014 wurde erstmals eine ESC-Leitlinie zur hypertrophischen Kardiomyopathie (HCM) publiziert. Prof. Dr. Nobert Frey, Kiel, fasst das Wichtigste zu Differentialdiagnose und Therapie der HCM zusammen, erläutert die Kriterien für den Einsatz eines ICD-Systems und gibt Tipps für den ärztlichen Alltag. 

Aus der Kardiothek

04.02.2019 | Quiz | Onlineartikel

Mann mit Dyspnoe – was sehen Sie im CT?

Kardiale Computertomographie bei einem 63-jährigen Patienten mit Dyspnoe. Was ist zu sehen?

23.01.2019 | DGK Herztage 2018 | Highlights | Video

Non-Compaction-Kardiomyopathie oder nicht? Knifflige Fälle aus dem klinischen Alltag

Non-Compaction-Kardiomyopathien sind nicht immer eindeutig von anderen Formen abzugrenzen. In seinem Vortrag geht Prof. Dr. Benjamin Meder, Heidelberg, auf die unterschiedliche Ätiologie und Diagnostik ein und stellt verschiedene schwierige Fälle vor. 

23.01.2019 | DGK Herztage 2018 | Highlights | Video

Das Wichtigste in Kürze zur hypertrophischen Kardiomyopathie

2014 wurde erstmals eine ESC-Leitlinie zur hypertrophischen Kardiomyopathie (HCM) publiziert. Prof. Dr. Nobert Frey, Kiel, fasst das Wichtigste zu Differentialdiagnose und Therapie der HCM zusammen, erläutert die Kriterien für den Einsatz eines ICD-Systems und gibt Tipps für den ärztlichen Alltag. 

Kontroverser Fall: So kann man wiederkehrendes Vorhofflimmern auch behandeln

DGK Herztage 2018 - Interview Prof. Dr. Boris Schmidt

Ein Patient leidet an wiederkehrendem Vorhofflimmern. Das Team um Prof. Boris Schmidt entscheidet sich für eine ungewöhnliche Strategie: die Implantation eines endokardialen Watchmann-Okkluders, um den linken Vorhof zu isolieren. Das genaue Prozedere sehen Sie hier. 

Spezielle Katheterablations-Strategie bei ausgeprägtem Narbengewebe

Vortrag Prof. Dr. Thomas Deneke - Jahrestagung DGK 2018

Die ventrikuläre Tachykardie eines 54-jährigen Patienten mit zurückliegendem Hinterwandinfarkt soll mit einer Katheterablation beseitigt werden. Prof. Thomas Deneke entscheidet sich für eine unkonventionelle Strategie und erläutert wie das CT  in solchen Fällen helfen kann. 

Komplizierte Mehrgefäß-KHK bei einem jungen Patienten

Vortrag Priv.-Doz. Dr. Hans-Jörg Hippe Jahrestagung DGK 2018

Mehrere komplexe Stenosen bei einem 46-jährigen Patienten erfordern ein strategisch sinnvolles Vorgehen. Wofür sich das Team um PD Dr. Hans-Jörg Hippe vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein Klinik entschieden hat, erfahren Sie in diesem Livecase. 

Bildnachweise