Nachrichten 27.07.2022

Heiße Sommer führen zu Übersterblichkeit

Heiße Sommer führen zu messbarer Übersterblichkeit, häufig ist das Herz involviert. In diesem Jahrtausend erlebte Deutschland bereits sechs heftige Hitzewellen. Das Jahr 2018 sticht heraus.

Die jüngsten Hitzesommer haben die Gesundheit der Menschen in Deutschland belastet und zu einer statistisch signifikanten Anzahl von Sterbefällen geführt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Datenanalyse des Robert Koch-Instituts. Den Schätzungen der Berliner Bundesbehörde zufolge starben demnach 2018 etwa 8.700 Menschen aufgrund hoher Temperaturen, 2019 etwa 6.900 und 2020 rund 3.700. Im vergangenen Jahr sei es dagegen nicht zu einer erhöhten Übersterblichkeit aufgrund von Hitze gekommen. Insgesamt starben nach Erhebungen des Statistischen Bundesamtes in den drei betrachteten Jahren rund 2,9 Millionen Menschen.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind häufige Todesursache bei Hitze

Die Schwere einer Hitzewelle werde in der Regel nach der Exzessmortalität beurteilt, heißt es im Bundesgesundheitsblatt. Tatsächlich vermerkt werden als hitzebedingte Todesursachen meist Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenversagen und Stoffwechselstörungen. Mit Blick auf die zurückliegenden drei Dekaden haben die Wissenschaftler des RKI allerdings einen Rückgang des Effekts hoher Temperaturen auf die Mortalität ausgemacht.

Ältere Innenstadtbewohner sind am stärksten gefährdet

Laut eines Eintrags im Bundesgesundheitsblatt traten sechs der elf extremsten Hitzewellen zwischen 1950 und 2015 nach dem Jahr 2000 auf. Im Hitzesommer 2003 starben etwa 7.000 Menschen in Folge hitzebedingter Gesundheitsbelastungen. Analysiert wird in der Regel die Sterblichkeit zwischen der 15. und der 40. Kalenderwoche.

In Gefahr sind demnach vor allem ältere und chronisch kranke Menschen. Bewohner dicht bebauter Innenstädte sind gefährdeter als Menschen auf dem Land. Der Begriff Hitzewelle ist nicht einheitlich definiert. In Deutschland gilt ein Tag als heiß, wenn die Maximaltemperatur 30 Grad erreicht. Dänemark etwa warnt seine Bürger, wenn der Durchschnitt der Maximaltemperaturen an drei aufeinanderfolgenden Tagen 28 Grad überschreitet.

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