Skip to main content
main-content

26.04.2017 | Prävention & Rehabilitation | Nachrichten

Weniger Herzinfarkte und Schlaganfälle

In den USA: Trans-Fettsäure-Verbot hat was gebracht

Autor:
Veronika Schlimpert

In einigen Bezirken im Bundesstaat New York wurden industriell gefertigte Trans-Fettsäuren vor etwa zehn Jahren in Restaurants verboten. Diese Maßnahme hat offenbar was gebracht, Herzinfarkte und Schlaganfälle gingen merklich zurück.   

Der Konsum industriell gefertigter Trans-Fettsäuren, sogenannter Transfette, schadet der Herz-Kreislauf-Gesundheit.  Diese aus mehreren Beobachtungsstudien gewonnene Erkenntnis veranlasste die Stadt New York im Jahr 2007 dazu, den Gebrauch von Transfetten in Restaurants, Bäckereien, Kantinen usw. zu verbieten. Diesem Verbot folgten zehn weitere Bezirke im Bundesstaat New York.

Ab 2018 Transfette in den USA überall verboten

Ab 2018 sollen in den USA industriell gefertigt Transfettsäuren dann aus allen Lebensmitteln gänzlich verschwinden. Ein entsprechendes Verbot hat die FDA vor zwei Jahren auf dem Weg gebracht und den Lebensmittelherstellern drei Jahre Zeit gelassen, die Vorgaben umzusetzen. Als Begründung erklärte die US-amerikanische Lebensmittelbehörde, dass Transfettsäuren generell als nicht mehr sicher betrachtet werden können. Diese ungesättigten Fettsäuren entstehen als Nebenprodukt bei der unvollständigen Härtung von Pflanzenölen und kommen folglich in vielen Fertigprodukten vor.

Dass eine solche Maßnahme Erfolg haben kann, deutet nun eine Analyse von Krankenhausakten des „New York State Department of Public Health“  an. Nach dem Verbot ging der Transfettsäureverzehr der Menschen nicht nur deutlich zurück. Die geringere Aufnahme hat sich offenbar auch positiv auf die kardiovaskuläre Gesundheit der Bevölkerung ausgewirkt.

Stärkerer Rückgang mit Verbot

So sank die Rate an Herzinfarkt und Schlaganfall bedingten Klinikeinweisungen nach 2016 in den Bezirken des Bundesstaats New York, in denen das Verbot durchgesetzt wurde, deutlicher als in anderen Bezirken. Ab dem dritten Jahr nach Etablierung der Maßnahme ließ sich ein signifikanter Rückgang von –6,2% feststellen. Die Abnahme sei somit stärker, als man es anhand von zeitlichen Trends erwarten würde, resümieren die Studienautoren um Eric Brandt von der Yale University School of Medicine in New Haven.

Die Wissenschaftler sind daher der Ansicht, dass das Verbot der FDA durchaus Wirkung zeigen könnte. Man müsse bedenken, dass die Rate an Herzinfarkten und Schlaganfällen schon durch ein Transfette-Verbot in Restaurants gesenkt werden konnte. In Lebensmittelläden seien entsprechende Produkte aber weiterhin erhältlich gewesen.  

Transfette aber wohl nicht der alleinige Grund

Einschränkend weisen die Autoren darauf hin, dass natürlich auch andere, in dieser Zeit initiierte Maßnahmen zu einem Rückgang der Ereignisraten geführt haben können, beispielsweise die Einführung rauchfreier Zonen. Auch Unterschiede in der Bevölkerungszusammensetzung  der jeweiligen Bezirke könnten einen Einfluss auf das Ergebnis genommen haben. Allerdings wurden in der Analyse nur Bezirke mit einem ähnlichen Urbanisierungsgrad miteinander verglichen und eine Adjustierung auf Lebensstilfaktoren, die sich zwischen den Vergleichsgruppen unterschieden haben, veränderte das Ergebnis nicht.

In Deutschland Konsum offenbar unbedenklich

In Deutschland ist ein entsprechendes Verbot wie in den USA nicht vorgesehen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) betrachtet den Transfettsäureverzehr in der deutschen Bevölkerung  in einer Stellungnahme von 2013 als gesundheitlich unbedenklich.  Nach Angaben des BfR liegt die mittlere Aufnahme hierzulande „bei 0,66% der Nahrungsenergie“ und damit unterhalb der als schädlich eingestuften Konzentration von 1%. Eine 2015 veröffentlichte Analyse von Teilnehmern der LURIC-Studie („Ludwigshafen Risk and Cardiovascular Health“) spricht ebenfalls für einen unbedenklichen Transfettsäurekonsum der Deutschen (http://www.springermedizin.de/ernaehrung/angiologie-und-phlebologie/trans-fettsaeurekonsum-der-deutschen-unbedenklich/9940564).

Literatur