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11.12.2018 | Prävention & Rehabilitation | Nachrichten

Nützliche Begleittherapie?

Kardiotoxische Brustkrebs-Therapie: Betablocker scheinen das Herz zu schützen

Autor:
Philipp Grätzel

Brustkrebspatientinnen, die den HER2neu-Antikörper Trastuzumab einnehmen, haben weniger Herzschäden, wenn sie zusätzlich Betablocker einnehmen. Darauf deutet zumindest eine randomisierte Pilotstudie hin.

Trastuzumab gehört neben Anthracyclinen zu den kardiotoxischen Onkologika. Eine Abnahme der linksventrikulären Pumpfunktion unter Trastuzumab-Therapie kann bei einigen Patientinnen dazu zwingen, die in der Regel adjuvante Trastuzumab-Therapie zu beenden. Kardiologen um Dr. Maryam Moshkani Farahani von der Medizinischen Universität Teheran haben bei der EuroEcho-Imaging Konferenz in Mailand jetzt von einer randomisierten Studie mit 71 Patientinnen berichtet, in der eine Begleittherapie mit Carvedilol untersucht wurde.

Die linksventrikuläre Pumpfunktion der Patientinnen war zu Behandlungsbeginn normal und unterschied sich nicht zwischen den Gruppen. Echokardiografisch untersucht wurde zu Studienbeginn und nach drei Monaten, und zwar unter Einsatz von Speckle-Tracking Echokardiografie, eine Methode zur quantitativen Bewertung der globalen und regionalen Myokardfunktion anhand von sehr detailliert erhobenen Deformationsparametern.

Diastolische und systolische Funktion bleibt eher erhalten

Konkret wurde die systolische Funktion anhand der longitudinalen Dehnung („strain“) und der Dehnungsrate („strain rate“) bewertet, die diastolische Funktion anhand der Dehnungsrate allein. Diese Parameter seien in Bezug auf linksventrikuläre Funktionsverluste deutlich sensitiver als die Ejektionsfraktion (EF), so Moshkani Farahani in Mailand.

Carvedilol wurde bei den Patientinnen im Interventionsarm mit 6,25 mg zweimal täglich eindosiert und dann individuell bis zur maximal tolerierten Dosis gesteigert. Im Endeffekt zeigte sich, dass sich die EF zwischen den beiden Gruppen nach drei Monaten nicht unterschied, wohl aber die Speckle Tracking-Parameter.

Bei Begleittherapie mit Carvedilol waren sowohl die systolische als auch die diastolische Funktion nach drei Monaten besser erhalten als bei Patientinnen, die Trastuzumab ohne Betablocker eingenommen hatten. Moshkani Farahani betonte, dass an ihrer Einrichtung Patientinnen, die Trastuzumab nehmen müssen, auf Basis dieser Studie Carvedilol zusätzlich erhalten, sofern sie es vertragen. Für eine wasserdichte Empfehlung sei allerdings eine etwas größere Studie nötig.

Literatur

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