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30.12.2016 | Prävention & Rehabilitation | Nachrichten

EVIDENT II-Studie

Lifestyle-Beratung: App bringt nur wenig Zusatznutzen

Autor:
Philipp Grätzel

Randomisierte Daten zu Fitness- und Wellness-Apps sind rar. Eine vergleichsweise große Studie aus Spanien fand jetzt keine großen Vorteile, wenn die konventionelle Lebensstilberatung durch eine App ergänzt wird.

An der in einem hausärztlichen Setting angesiedelten, randomisierten EVIDENT II-Studie unter Leitung von Wissenschaftlern der Universität Salamanca nahmen 833 Probanden teil, die von den Hausärzten wegen eines wenig aktiven Lebensstils und weiterer Risikofaktoren als geeignete Zielgruppe für eine Lebensstilberatung angesehen wurden. Alle Studienteilnehmer wurden von einer speziell ausgebildeten Krankenschwester 30 Minuten lang hinsichtlich körperlicher Ertüchtigung und hinsichtlich des Nutzens einer mediterranen Diät standardisiert beraten.

Zur täglichen App-Nutzung geraten

Für diese Art der Beratung war in zwei früheren Studien gezeigt worden, dass sie effektiv ist. Die Probanden in der Interventionsgruppe wurden zusätzlich mit einer App ausgestattet, die von Software-Entwicklern, Trainern und Diätberatern gemeinsam entwickelt worden war. Die Teilnehmer wurden angehalten, über einen Zeitraum von drei Monaten die App täglich zu nutzen. Dazu mussten Mahlzeiten eingegeben werden, auf deren Basis dann spezifische Ernährungsempfehlungen generiert wurden. Außerdem nutzte die App einen Beschleunigungsmesser, um den Umfang der körperlichen Aktivität abzuschätzen und die Teilnehmer zu mehr Betätigung anzuhalten.

Keine beeindruckenden Unterschiede

Im Ergebnis zeigten sich keine beeindruckenden Unterschiede zwischen den Gruppen. Zwar gab es einen gewissen Kurzzeiteffekt in der App-Gruppe: Die Zeit moderater bis ausgeprägter körperlicher Aktivität nahm in den ersten sieben Tagen um signifikante 29 Minuten zu, was in der Kontrollgruppe nicht der Fall war. Für einen statistisch signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen reichte es aber nicht. Und nach drei Monaten hatte die mit dem Beschleunigungssensor gemessene körperliche Aktivität in beiden Gruppen ähnlich stark nachgelassen. Es gab also keinen Langzeiteffekt.

Insgesamt etwas besser waren die Ergebnisse bei der Umsetzung der mediterranen Diät. In beiden Gruppen ernährten sich die Probanden auch längerfristig gesünder als zu Studienbeginn. Die Beratung zeigte also Wirkung. Doch ein Unterschied zwischen den Gruppen mit und ohne App fand sich auch hier nicht.

Literatur

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