Nachrichten 05.02.2020

Plädoyer für das Frühstücksei

Ein Ei pro Tag scheint der Gesundheit von Herz und Gefäßen nicht zu schaden. Darauf weist eine kanadische Metaanalyse mit Daten von 177.000 Menschen aus 50 Ländern hin.

Sollte man auf das tägliche Frühstücksei besser verzichten? Inwieweit sich der Konsum von Eiern auf das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen auswirkt, wurde lange Jahre kontrovers diskutiert. Die Studienlage dazu ist widersprüchlich.

Kanadische Forscher untersuchten jetzt die Datensätze von drei großen prospektiven Studien auf mögliche Zusammenhänge zwischen Eierkonsum und Blutfettwerten, kardiovaskulären Erkrankungen sowie der Mortalität.

Kein Zusammenhang mit kardiovaskulären Erkrankungen

Die Arbeitsgruppe um Dr. Mahshid Dehghan von der McMaster Universität in Hamilton kam zu dem Schluss, dass für die meisten Menschen nichts gegen den Verzehr von einem Ei täglich spricht. So wiesen in allen drei Kohorten jene Personen, die jeden Tag mindestens ein Ei verspeisten, keine signifikant höheren Blutfettwerte auf als Personen mit einem geringen Eierkonsum (˂ 1 Ei pro Woche). Ebenso gab es keine Assoziation zwischen einem hohen Eierverzehr und dem Risiko, zu sterben oder eine kardiovaskuläre Erkrankung zu entwickeln.

Die Ergebnisse seien belastbar und gelten für gesunde Menschen genauso wie für Personen mit Gefäßerkrankungen, so die Studienautoren. Ihre Analyse umfasste die PURE-Studie mit Daten von mehr als 146.000 Personen sowie die ONTARGET- und die TRANSCEND-Studie, an denen fast 32.000 Patienten mit Gefäßerkrankungen beteiligt waren.

Fast 13.000 Todesfälle und 14.000 kardiovaskuläre Ereignisse

Eine Stärke der Analyse ist ihre Größe und die internationale Population. Insgesamt sind die Daten von 177.000 Personen aus 50 Ländern auf 6 Kontinenten in die Analyse eingeflossen. Es traten fast 13.000 Todesfälle und circa 14.000 kardiovaskuläre Ereignisse auf. Die aktuelle Analyse liefere laut der Autoren somit einen realistischen Bevölkerungsquerschnitt, sodass die Ergebnisse als allgemein gültig angesehen werden könnten.

Literatur

Dehghan M et al. Association of egg intake with blood lipids, cardiovascular disease, and mortality in 177,000 people in 50 countries. American Journal of Clinical Nutrition 2020. https://doi.org/10.1093/ajcn/nqz348

Aktuelles

Haben Schlaganfälle bei wechselhaftem Wetter schlimmere Folgen?

Je größer die Temperaturschwankung, desto schwerer der Schlaganfall. Darauf weist eine Studie aus Südkorea hin, die aktuell bei der International Stroke Conference in Los Angeles vorgestellt wurde.

Schlaganfall: Studie stützt mechanische Rekanalisation bei Basilarisverschluss

Ergebnisse der aktuell vorgestellten BASILAR-Studie legen nahe, dass auch Patienten mit akutem Schlaganfall infolge eines Verschlusses der A. basilaris von einer mechanischen Rekanalisation durch Thrombektomie profitieren.

Neue Herzinfarkt-Definition in der Alltagsroutine – darum hilft sie

Die wichtigste Neuerung in der aktualisierten Definition des Myokardinfarkts ist, dass zwischen einem Herzinfarkt und einer Myokardschädigung differenziert wird. Doch was nützt diese Änderung im Praxisalltag?

Highlights

International Stroke Conference 2020

Die International Stroke Conference ist das weltweit führende Treffen, das sich der Wissenschaft und Behandlung von zerebrovaskulären Erkrankungen widmet. Ausgewählte Highlights finden Sie in diesem Dossier. 

eHealth in der Kardiologie

Digitale Technologien sind aus der Kardiologie nicht mehr wegzudenken. In unserem Dossier finden Sie die aktuellsten Beiträge zum Thema eHealth und Digitalisierung in der Kardiologie. 

Webinar – "Rhythmuskontrolle bei Vorhofflimmern"

Prof. Christian Meyer vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf fasst in einem Live-Webinar die wichtigsten Neuerungen zur Rhythmuskontrolle bei Patienten mit Vorhofflimmern zusammen – praxisrelevant und mit Beispielen.

Webinar zur neuen Leitlinie Dyslipidämien

Auf dem ESC-Kongress 2019 wurde die neue Leitlinie Dyslipidämien vorgestellt. Prof. Ulrich Laufs vom Universitätsklinikum Leipzig hat in einem Webinar die wichtigsten Neuerungen und deren Bedeutung für die Praxis zusammegefasst – kritisch, kurz, präzise.

Aus der Kardiothek

Defekt mit Folgen – das ganze Ausmaß zeigt das CT

CT-Befund (mit Kontrastmittelgabe) – was ist zu sehen?

Live-Case Trikuspidalinsuffizienz

Prof. Volker Rudolph, HDZ NRW Bochum, mit Team

Interventionen von Bifurkationsläsionen

Dr. Miroslaw Ferenc, UHZ Freiburg

Live Cases

Live-Case Trikuspidalinsuffizienz

Prof. Volker Rudolph, HDZ NRW Bochum, mit Team

Kontroverser Fall: So kann man wiederkehrendes Vorhofflimmern auch behandeln

Ein Patient leidet an wiederkehrendem Vorhofflimmern. Das Team um Prof. Boris Schmidt entscheidet sich für eine ungewöhnliche Strategie: die Implantation eines endokardialen Watchmann-Okkluders, um den linken Vorhof zu isolieren. Das genaue Prozedere sehen Sie hier. 

Spezielle Katheterablations-Strategie bei ausgeprägtem Narbengewebe

Die ventrikuläre Tachykardie eines 54-jährigen Patienten mit zurückliegendem Hinterwandinfarkt soll mit einer Katheterablation beseitigt werden. Prof. Thomas Deneke entscheidet sich für eine unkonventionelle Strategie und erläutert wie das CT  in solchen Fällen helfen kann. 

Bildnachweise
International Stroke Conference 2020, Los Angeles/© Beboy / Fotolia
eHealth in der Kardiologie/© ra2 studio / stock.adobe.com
Webinar Rhythmuskontrolle bei Patienten mit Vorhofflimmern/© Kardiologie.org | Prof. Meyer [M]
Webinar Dyslipidämien mit Prof. Ulrich Laufs/© Kardiologie.org | Prof. Laufs [M]
CT-Befund (mit Kontrastmittelgabe)/© S. Achenbach, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (2)
Live-Case AGIK/© DGK 2019
Vortrag von M. Ferenc/© DGK 2019
DGK Herztage 2018 - Interview Prof. Dr. Boris Schmidt
Vortrag Prof. Dr. Thomas Deneke - Jahrestagung DGK 2018/© DGK 2018