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08.01.2018 | Prävention & Rehabilitation | Nachrichten

Kardioprotektive Wirkung

Rauchverzicht: Gewichtzunahme hat kardiovaskulär wohl keine negativen Konsequenzen

Autor:
Peter Overbeck

Wer es schafft, mit dem Rauchen aufzuhören, muss dafür nicht selten eine Gewichtzunahme in Kauf nehmen. Die Sorge, dass dadurch die günstigen kardiovaskulären Auswirkungen des Rauchverzichts geschmälert werden könnten, scheint aber unbegründet zu sein, wie eine neue Studie nahelegt.

Mit dem Verzicht auf Tabakkonsum sinkt für Ex-Raucher nachweislich das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinfarkt und Schlaganfall. Theoretisch könnte die mit der Aufgabe des Rauchens nicht selten einhergehende Gewichtzunahme diesem positiven kardiovaskulären Effekt zumindest partiell entgegen wirken. Ex-Raucher, die sich entsprechende Sorgen machen, werden allerdings durch neue Studienergebnisse einer südkoreanischen Untersuchergruppe beruhigt: Danach scheint sowohl bei Ex-Raucher mit als auch ohne Gewichtzunahme nach dem Rauchstopp das kardiovaskuläre Risiko deutlich niedriger zu sein als bei unverbesserlichen Rauchern.

Untersuchung bei mehr als 108.000 Männern

Die Studienautoren um Dr. Sang Min Park aus Seoul haben für ihre Studie Daten von Versicherten aus der Datenbank der nationalen Gesundheitsversicherung (National Health Insurance Service) Südkoreas herangezogen. Es handelte sich um 108.242 Männer im Alter über 40 Jahre, die alle in den Perioden 2002-2003 und 2004-2005 zweimal einer obligaten und regelmäßig alle zwei Jahre vorgenommenen Gesundheitsuntersuchung unterzogen worden waren.

Von den Untersuchten hatten sich  46% sowohl beim ersten als auch beim zweiten Gesundheits-Check als aktive Raucher zu erkennen gegeben, während 48% zwischen beiden Untersuchungen unverändert Nicht-Raucher geblieben waren. Immerhin 8% (n=6027) aller Teilnehmer gaben beim zweiten Check-up an, inzwischen mit dem Rauchen aufgehört zu haben. Darunter waren 1633, bei denen eine Gewichtzunahme (BMI-Zunahme um mehr als 1 kg/m2) zu verzeichnen war; bei den meisten (n=3719) blieb das Körpergewicht weitgehen konstant, eine Minderheit (n=684) verlor nach dem Rauchstopp sogar Pfunde. Bei den konstanten Rauchern wurden keine relevanten Gewichtsveränderungen festgestellt.

Risiko auch bei Gewichtszunahme deutlich niedriger

Die Follow-up-Untersuchung für die Periode zwischen 2006 und 2013 ergab, dass sich in dieser Zeit 1420 Myokardinfarkte und 3913 Schlaganfälle ereignet hatten. Im Vergleich zu Rauchern hatten Teilnehmer, die dem Tabakkonsum entsagt hatten, ein signifikant niedrigeres Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall – und zwar unabhängig davon, ob das Körpergewicht nach dem Rauchstopp angestiegen oder gleich geblieben war. Selbst im Fall einer Gewichtszunahme war das Herzinfarktrisiko bei den Ex-Rauchern relativ um 67% und das Schlaganfallrisiko relativ um 25% niedriger als bei den unverändert rauchenden Männern.

Eine Gewichtsabnahme nach Rauchstopp war dagegen nicht mit einem signifikant niedrigeren Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse assoziiert. Die Studienautoren erklären sich dies mit der bei älteren Menschen zu beobachtenden sogenannten sarkopenischen Adipositas, also einer Abnahme der Muskelmasse auf Kosten einer – kardiovaskulär ungünstigen – relativen Zunahme des Körperfettanteils. 

Literatur

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