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18.04.2019 | Prävention & Rehabilitation | Nachrichten

Erhöhtes kardiovaskuläres Risiko

Ungesunder Mix nach Herzinfarkt: Kein Frühstück und spätes Abendessen

Autor:
Joana Schmidt

Wer erst kurz vor dem Zubettgehen zu Abend isst und am Morgen das Frühstück ausfallen lässt, hat nach einem Herzinfarkt eine schlechtere Prognose. Das legt eine neue Studie nahe.

Erstmals wurden in einer aktuellen Studie die Essgewohnheiten von Patienten mit akutem Koronarsyndrom beobachtet und auf ihren Zusammenhang mit weiteren kardiovaskulären Ereignissen hin untersucht.

58% der Teilnehmer ließen das Frühstück aus, 51% aßen spät zu Abend und 41% vereinten beide Verhaltensweisen. Die Studie ergab, dass die Personen mit beiden Essgewohnheiten innerhalb von 30 Tagen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus ein vier- bis fünfmal so hohes Risiko hatten zu sterben oder einen weiteren Herzinfarkt oder Angina Pectoris zu bekommen.

Zwei Stunden Pause zwischen Abendessen und Schlafengehen empfohlen

Die Studienteilnehmer hatten einen ST-Hebungsmyokardinfarkt (STEMI). „Jeder zehnte STEMI-Patient stirbt innerhalb eines Jahres. Die Ernährung ist eine relativ einfache und kostengünstige Möglichkeit, die Prognose zu verbessern", sagt Studienautor Dr. Marcos Minicucci von der Universität São Paolo in einer Pressemitteilung der ESC.

Er rät zu einem ausgewogenen Frühstück mit Milchprodukten, Kohlenhydraten und ganzen Früchten. Empfehlenswert seien fettarme Milch, Joghurt, Käse, Vollkornbrot oder Müsli. Es sollte 15% bis 35% der gesamten täglichen Kalorienaufnahme ausmachen. Zwischen Abendessen und Zubettgehen empfiehlt er eine mindestens zweistündige Pause.

Die Studienteilnehmer waren durchschnittlich 60 Jahre alt, 73% waren Männer. Sie wurden wegen Herzinfarkt auf einer koronaren Intensivstation behandelt und nach ihren Essgewohnheiten befragt. Als Nichtfrühstücker galt, wer mindestens dreimal pro Woche zwischen Aufstehen und Mittagessen nichts zu sich nahm abgesehen von Kaffee oder Wasser. Spätes Abendessen definierten die Forscher als mindestens dreimal pro Woche in den zwei Stunden vor dem Zubettgehen zu Abend essen.

Entzündungsreaktionen als mögliche Ursache

„Wir glauben, dass Entzündungsreaktionen, oxidativer Stress und die endotheliale Funktion mit für die Assoziation von ungesunden Essgewohnheiten und kardiovaskulären Ereignissen verantwortlich sein könnten“, sagt Minicucci in einer Pressemitteilung der ESC.

Die Gruppe mit den Teilnehmern, die ungesunde Essgewohnheiten und eine schlechtere Prognose hatte, hatte vor dem Krankenhausaufenthalt häufiger Statine eingenommen. Nach Ansicht der Studienautoren könnte das bedeuten, dass diese Patienten Statine als einen alternativen Weg zu einer besseren Gesundheit ansehen. Die Medikamente sollten jedoch eine Ergänzung zu gesunden Ernährungsgewohnheiten sein und kein Ersatz.

Literatur

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