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25.10.2017 | Prävention & Rehabilitation | Nachrichten

Randomisierte Studie macht deutlich

Vitamin D-Zufuhr bringt nichts für die Herzgesundheit

Autor:
Veronika Schlimpert

Erneut blieb eine Vitamin D-Supplementation in einer randomisierten Studie ohne Wirkung auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Eine solche Therapie scheint in der kardiovaskulären Prävention daher wohl nicht empfehlenswert.

Eine Vitamin D-Supplementierung bringt in der kardiovaskulären Prävention und für die Prognose herzkranker Patienten offenbar rein gar nichts. Jedenfalls verliefen die hierzu in letzter Zeit durchgeführten randomisierten Studien allesamt enttäuschend.  

Anschaulich wird an solchen Studien, dass eine Assoziation nicht gleichzusetzen ist mit einer kausalen Beziehung. So ging in einigen, in der Vergangenheit publizierten Studien eine Unterversorgung bzw. ein Mangel an Vitamin D (ab ca. < 90 nmol/L) u. a. mit einer erhöhten kardiovaskulären Mortalität und einem erhöhten Risiko für Bluthochdruck einher. Unklar war allerdings, ob dieser Zusammenhang ursächlich auf die zu niedrigen 25-Hydroxyvitamin-D-Plasmaspiegel zurückzuführen ist, oder ob der Vitaminmangel beispielsweise nur einen ungesunden Lebensstil markiert.

Angenommen eine Kausalität liegt vor, dann müsste eine Aufhebung der Mangelversorgung bzw. eine Optimierung der Vitaminzufuhr eigentlich eine kardiovaskulär präventive Wirkung entfalten.

Zur kardiovaskulären Prävention sinnlos

Eine solche Wirkung war in der aktuell publizierten randomisierten kontrollierten doppelblinden BEST D-Studie mit 300 älteren Probanden allerdings nicht zu sehen. Die tägliche Zufuhr von hochdosierten Vitamin D (4000 IU oder 2000 IU) hat sich nach einem Jahr weder auf den Blutdruck der Teilnehmer positiv ausgewirkt, noch konnten damit im Vergleich zu Placebo irgendwelche Effekte auf die Gefäßsteifigkeit oder die systolische und diastolische Herzfunktion erreicht werden.  

Diese Ergebnisse sprechen nicht dafür, eine Vitamin D-Supplementierung zur kardiovaskulären Prävention einzusetzen, resümieren die Studienautoren um Joseph Tomson von der Universität Oxford. Gänzlich ausschließen möchten sie aber nicht, dass entsprechende Nahrungsergänzungsmittel bei Patienten mit zu Beginn niedrigen 25-Hydroxyvitamin-D-Plasmaspiegeln oder jenen mit vorbestehender Herzinsuffizienz eine Wirkung zeigen. Womöglich käme der Vorteil einer solchen Therapie erst nach einem Jahr zu tragen oder die Vitamin-Zufuhr habe Effekte, für die andere, als in dieser Studie untersuchte Mechanismen verantwortlich seien. 

Auch Studien mit Herzinsuffizienz-Patienten verliefen enttäuschend

Was die Vitaminversorgung der Teilnehmer betrifft, hat die Supplementierung zumindest etwas gebracht. Die 25-Hydroxyvitamin-D-Plasmaspiegel der Teilnehmer sind von anfangs durchschnittlich 50 nmol/l auf 137 nmol/L (4000 IU-Dosis) bzw. 102 nmol/L (2000 IU-Dosis) angestiegen; in der Placebogruppe blieben die Plasmaspiegel dagegen unverändert bei im Mittel 53 nmol/L.

Allerdings ist es angesichts der aktuellen Studienlage eher unwahrscheinlich, dass sich eine bessere Vitaminversorgung auf die Prognose von Herzinsuffizienz-Patienten vorteilhaft auswirkt. So hat sich in der im Juni publizierten placebokontrollierten deutschen EVITA-Studie eine Vitamin D-Supplementierung bei Herzinsuffizienz-Patienten ebenfalls als wirkungslos herausgestellt.

In der BEST D-Studie erhielten 305 Personen in einem Alter über 65 Jahren, die aus Banbury in Oxfordshire stammten, ein Jahr lang entweder ein Vitamin D3-Präparat in der 4.000 IU-Dosis (100 µg) oder in der 2.000 IU-Dosis (50 µg) oder Placebo. Während des Follow-up wurden der Blutdruck der Teilnehmer, die Herzfrequenz, die Pulswellengeschwindigkeit, die 25-Hydroxyvitamin-D-Plasmaspiegel sowie die NT proBNP-Werte gemessen sowie unterschiedliche Parameter der kardialen Pumpfunktion via Echokardiografie bestimmt.

Literatur

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