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02.01.2019 | Prävention & Rehabilitation | Nachrichten

Ergebnisse der Global Burden of Disease (GBD)-Studie

Weltweit jeder vierte Mensch vom Schlaganfall bedroht

Autor:
Peter Overbeck

Die durch Schlaganfälle verursachte globale „Krankheitslast“  ist nach wie vor sehr hoch. Das geht aus Ergebnissen einer Analyse weltweit erhobener Daten aus der umfangreichen Global Burden of Disease (GBD)-Studie für das Jahr 2016 hervor.

Das Risiko, in seiner noch verbleibenden Lebenszeit einen Schlaganfall zu erleiden, betrug 2016 für einen Menschen, der 25 Jahre alt oder älter war, bei globaler Betrachtung 24,9%. Gegenüber 1990 – in diesem Jahr hatte das entsprechende „Lebenszeitrisiko“ noch bei 22,8% gelegen - bedeutet dies eine relative Risikozunahme um knapp 9%. Allerdings bestehen je nach Region und Entwicklungsstand der Länder erhebliche Unterschiede. Besonders hoch ist das Risiko für Menschen in China.

Daten aus 195 Ländern analysiert

Zu diesem Ergebnis kommt eine Forschergruppe um Dr. Gregory Roth von der University of Washington in Seattle in der  Global Burden of Disease (GBD) Lifetime Risk of Stroke Study. Sie hat ihre Ergebnisse aktuell im „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht.

Zur Ermittlung der globalen Schlaganfall-Inzidenz im Jahr 2016 im Vergleich zu 1990 haben die Forscher um Roth Daten aus 21 Weltregionen und insgesamt 195 Ländern herangezogen. Anhand diverser  Kennziffern (soziodemografischer Index, SDI) für den Entwicklungsgrad der einzelnen Länder wurden diese in fünf Kategorien eingeteilt.

In den am weitersten entwickelten Ländern mit dem höchsten SDI betrug das Lebenszeitrisiko für einen Schlaganfall 23,5%, im Vergleich zu 13,2% in den Ländern mit dem niedrigsten SDI.

Höchstes Risiko in China

Die Bandbreite des entsprechenden Risikos ist je nach Region sehr groß. Am stärksten bedroht sind demnach Menschen in Ostasien (38,8%). So muss nach den vorgelegten Zahlen etwa in China mehr als jeder dritte Erwachsene  (39,3%) damit rechnen, in seinem noch verbleibenden Leben einen Schlaganfall zu erleiden. Auch in zentral- und osteuropäischen Ländern wie  Bosnien/Herzegovina, Bulgarien, Mazedonien, Montenegro, Rumänien und Russland ist das Risiko mit jeweils über 30% sehr hoch (Zentraleuropa: 31,7%, Osteuropa: 31,6%). Dagegen nimmt sich das Risiko mit  22,7% in den Ländern Westeuropas vergleichsweise niedrig aus - was gegenüber 1990 „nur“ einen relativ geringen Risikoanstieg um weniger als 3% bedeutet.

Männer und Frauen beim globalen Risiko gleichauf

Am geringsten ist das Risiko mit 11,8 % im östlichen Teil Ostafrikas. Dies sei allerdings nicht auf eine effektivere Prävention zurückzuführen, stellen Roth und seine Mitautoren klar. Vielmehr sei es die durch andere „konkurrierende“ (competing) Todesursachen bedingte niedrigere Lebens­erwartung der Menschen, die in diesen Ländern den Schlaganfall in seiner Bedeutung relativiere.

Männer und Frauen lagen 2016 bezüglich ihres globalen Lebenszeitrisikos für einen Schlaganfall nicht weit auseinander (24,7% vs. 25,1%). Die darin sich widerspiegelnde relative Risikozunahme gegenüber 1990 war bei Männer aber deutlich stärker (relative Zunahme um 15,4%) als bei Frauen (relative Zunahme um 3,2%).

Auch bezüglich der Risikozunahme nimmt China einen unrühmlichen Spitzenplatz ein. In diesem Land hatte sich das Lebenszeitrisiko für einen Schlaganfall seit 1990 bei Männern relativ um 41,1% und bei Frauen um 36,7% erhöht.

Literatur

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