Nachrichten 10.01.2020

Wer viel Tee trinkt, lebt länger

Mindestens dreimal pro Woche Tee zu trinken, scheint mit einem längeren Leben und weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen assoziiert zu sein. Das gilt besonders für grünen Tee.

Forscher der Chinesischen Akademie für Medizinische Wissenschaften in Peking untersuchten in einer groß angelegten Beobachtungsstudie die präventive Wirkung von Tee bezüglich Herzerkrankungen und Tod. Die Teilnehmer, die über einen langen Zeitraum regelmäßig grünen Tee getrunken hatten, hatten das geringste Risiko, früh zu sterben oder kardiovaskuläre Erkrankungen zu bekommen.

Das Forscherteam um Erstautor Dr. Xinyan Wang analysierte die Daten von über 100.000 Teilnehmern über einen durchschnittlichen Zeitraum von mehr als sieben Jahren. Es teilte die Probanden in zwei Gruppen: Personen, die dreimal pro Woche oder öfter Tee tranken, und Menschen, die seltener Tee konsumierten.

Teetrinker hatten 22% niedrigeres Risiko für tödliche Herzerkrankungen

Die regelmäßigen Teekonsumenten hatten im Vergleich zu denen, die seltener Tee tranken, ein um 20% geringeres Risiko für Herzerkrankungen und Schlaganfälle, ein um 22% niedrigeres Risiko für tödliche Herzerkrankungen und Schlaganfälle und ein um 15% geringeres Sterberisiko.

Konkret in Zahlen ausgedrückt:  Ein 50-jähriger regelmäßiger Teetrinker würde nach dieser Berechnung eine koronare Herzerkrankung oder einen Schlaganfall 1,41 Jahre später entwickeln und 1,26 Jahre länger leben als ein gleichaltriger Mann, der selten oder nie Tee trinkt.

Die Erklärung der Forscher: Die im Tee enthaltenen Polyphenole, die vor Bluthochdruck und Dyslipidämie und damit vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen, werden nicht langfristig im Körper gespeichert. Deshalb hatte ein langfristiger, regelmäßiger Teekonsum den stärksten kardioprotektiven Effekt.

Bei einer Subanalyse nach Teesorten war das Trinken von grünem Tee sogar mit einem um 25% geringeren Risiko für Herzerkrankungen, Schlaganfall und Tod assoziiert. Für schwarzen Tee beobachteten die Forscher dagegen keine signifikanten Assoziationen.

Polyphenole in grünem Tee bleiben erhalten

49% der regelmäßigen Teetrinker konsumierten am häufigsten grünen Tee, während lediglich 8% schwarzen Tee bevorzugten. Nach Ansicht der Autoren sei es dadurch möglicherweise schwieriger solide Assoziationen bei Schwarzteetrinkern zu beobachten, jedoch deuten die Ergebnisse auf eine unterschiedliche Wirkung der Teesorten hin.

Das liegt möglicherweise daran, dass die Polyphenole in grünem Tee erhalten bleiben. In Schwarztee oxidieren sie dagegen während des Fermentationsprozesses, was ihre antioxidative Wirkung einschränkt.  Als zweite mögliche Ursache führen die Forscher an, dass schwarzer Tee oft mit Milch getrunken werde, was laut früherer Studien den gefäßschützenden Effekt beeinträchtigen kann.

Eine Kausalität zwischen Teekonsum und Herzschutz lässt sich aus dieser Studie aufgrund des retrospektiven Designs allerdings nicht herleiten, es handelt sich lediglich um eine Assoziation.

Literatur

Wang X et al. Tea consumption and the risk of atherosclerotic cardiovascular disease and all-cause mortality: The China-PAR project. European Journal of Preventive Cardiology 2020. https://doi.org/10.1177/2047487319894685

ESC-Pressemitteilung: Tea drinkers live longer. 09.01.2020.

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Bildnachweise
Digitaler ACC-Kongress 2020/© Sergey Nivens / stock.adobe.com
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Transthorakale Echokardiografie/© Monique Tröbs (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg)
CT-Befund (mit Kontrastmittelgabe)/© S. Achenbach, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (2)
Live-Case AGIK/© DGK 2019
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Vortrag Prof. Dr. Thomas Deneke - Jahrestagung DGK 2018/© DGK 2018