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13.01.2016 | Nachrichten | Onlineartikel

Robert Califf

Renommierter Kardiologe auf dem Sprung zum Chef der FDA

Autor:
Peter Overbeck

Ein renommierter und an vielen wichtigen Studien aus dem kardiovaskulären Bereich in verantwortlicher Funktion beteiligter Kardiologe hat gute Chancen, künftiger Leiter (commissioner) der US-Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) zu werden.

Dr. Robert Califf  ist auf dem Sprung,  Nachfolger der bisherigen FDA-Chefin Dr. Margaret Hamburg zu werden. Hamburg erklärte im März 2015 ihren Rücktritt vom Amt als Leiterin der dem US-Gesundheitsministerium unterstellten Behörde, die  unter anderem für die Zulassung von Arzneimitteln und Medizinprodukten in den USA zuständig ist.

Der Gesundheitsausschuss des US-Senats hat sich jetzt einstimmig für den im September 2015 von US-Präsident Obama nominierten Kandidaten Califf ausgesprochen. Damit steht nun als Nächstes das Votum des gesamten US-Senats an.

Califf war seit 1980  als klinisch forschender Kardiologe am Duke University Medical Center in Durham im US-Bundesstaat North Carolina  tätig. Er ist Mitgründer des Duke Clinical Research Institute (DCRI), einem der weltweit größten akademischen Forschungszentren, das zu einem wesentlichen Teil mit Forschungsgeldern aus der pharmazeutischen Industrie finanziert wird. Diese Tatsache war der Grund dafür, dass nach der Nominierung Califfs auch kritische Stimmen laut geworden sind, die eine Eignung des Kardiologen als  FDA-Chef wegen  seiner  Nähe zur Pharmaindustrie in Zweifel  zogen.

Califf hat sich in den letzten Jahrzehnten als mitverantwortlicher Leiter vieler wegweisender klinischer Studien im Herz-Kreislauf-Bereich profiliert. In jüngerer Zeit zählen dazu unter anderen die Studien IMPROVE-IT (zur Prävention kardiovaskulärer Ereignisse durch den Lipidsenker Ezetimib) und  ROCKET-AF (zur Wirksamkeit von Rivaroxaban in der Schlaganfall-Prophylaxe bei Vorhofflimmern).  Er fungierte auch als Herausgeber des „American Heart Journal“.

Anfang  2015 wechselte Califf von der Duke University zur FDA, wo er stellvertretender Beauftragter (deputy commissioner) im Amt für Medizinprodukte und Tabak wurde.