Video 23.10.2017

Interview: „Aktueller Stand in der Rhythmustherapie“

Prof. Dr. Dietmar Bänsch , Tagungspräsident Deutsche Rhythmus Tage  bei den DGK Herztagen 2017

Rhythmusstörungen der Herzkammern können nur in begrenztem Rahmen durch medikamentöse Therapien verhindert werden. Als wirksamere Methode etabliert sich die Katheter-gestützte Katheterablation. In erfahrenen Zentren verschwinden die Rhythmusstörungen nach der Ablation bei mehr als 80 Prozent der behandelten Patienten vollständig. Bei einer Ablation werden jene Bereiche des Herzmuskels, von denen die störenden Impulse ausgehen, über geeignete Katheter mit hoher Energie mittels Radiofrequenz verödet.

Bei Vorhofflimmern sprechen immer mehr Studienergebnisse dafür, dass die Katheter-gestützte Verödungstherapie der medikamentösen Therapie überlegen ist. Einen besonderen Nutzen bringt die Ablation Menschen mit Vorhofflimmern, die an einer Herzschwäche leiden. Dies zeigte  die im Rahmen des europäischen Kardiologie Kongresses ESC vorgestellte Studie CASTLE-AF, in der die Sterblichkeit im Beobachtungszeitraum um 44 Prozent reduziert wurde. In der Studie waren 397 Patienten mit Vorhofflimmern und Herzschwäche entweder mit Medikamenten oder mit Ablation behandelt worden. Alle Patienten trugen einen implantierbaren Defibrillator. Über eine mittlere Beobachtungszeit von 37,8 Monaten kam es bei Patienten nach Ablation deutlich seltener zu kardiovaskulären Todesfällen und Krankenhausaufnahmen wegen Herzinsuffizienz.

Highlights

ESC-Kongress 2020

Für die virtuelle Jahrestagung der European Society of Cardiology (ESC) haben sich mehr als 100.000 Teilnehmer angemeldet. Die wichtigsten Änderungen der neuen Leitlinien und die praxisrelevanten Studien finden Sie in diesem Dossier.

Corona, COVID-19 & Co.

Die Ausbreitung des Coronavirus hat einschneidende Folgen auch für die Herzmedizin. Aktuelle Meldungen zu SARS-CoV-2 bzw. zu der Lungenkrankheit COVID-19 finden Sie in diesem Dossier.

Aktuelles und Neues aus der Kardiologie

Konsensuspapier zu medikamenteninduzierten Rhythmusstörungen

Viele verbreitete Medikamente können Herzrhythmusstörungen verursachen, mit teils lebensbedrohlichen Folgen. Ein neues Konsensuspapier soll Ärzte dafür sensibilisieren und Präventionsmöglichkeiten aufzeigen.

Herzschäden durch COVID-19 – Grund zur Vorsicht, aber kein Grund zur Panik

Selbst bei wenig symptomatischen Patienten finden sich im Kardio-MRT zumindest teilweise Myokardschäden. Doch wie relevant sind diese und wie damit umgehen? Ein Gespräch mit Prof. Eike Nagel, der sich unabhängig von COVID-19 für ein neues Myokarditis-Konzept stark macht. 

Wann der ultradünne Stent die bessere Wahl ist

Der ultradünne Orsiro-Stent läuft dem Xience-Stent langsam den Rang ab. Beim DGK.Online-Kongress diskutieren Experten, ob und wann genau der Orsiro wirklich besser ist.

Aus der Kardiothek

Thorax-CT bei COVID-19-Patient – worauf zeigen die Pfeile?

Natives CT des Thorax bei einem Patienten mit COVID-19-Pneumonie (kleiner Pfeil). Was ist noch zu sehen (große Pfeile)?

Was sehen Sie im Kardio-MRT?

Kardio-MRT (Late Gadolinium Enhancement) mit Darstellung eines Kurzachsenschnitts im mittventrikulären Bereich. Was ist zu sehen?

BNK-Webinar "Von den Toten lernen für das Leben"

Alle verstorbenen COVID-19-Patienten werden in Hamburg obduziert und häufig auch im CT  betrachtet. Rechtsmediziner Prof. Klaus Püschel gewährt einen Einblick in seine Arbeit und erläutert die Todesursachen der Patienten – mit speziellem Fokus auf das Herz.

Bildnachweise
Interview Tiefenbacher
ESC-Kongress (virtuell)/© [M] metamorworks / Getty Images / iStock | ESC
Corona/© Naeblys / Getty images / iStock
Thorax-CT/© S. Achenbach (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen)
Kardio-MRT (Late Gadolinium Enhancement)/© Stephan Achenbach, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen
BNK-Webinar/© BNK | Kardiologie.org