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04.12.2014 | Nachrichten | Onlineartikel

Hypertonie

Rote-Beete-Saft: Nitrat senkt den Blutdruck

Autor:
Dr. Robert Bublak

Aus Rote-Beete-Saft stammendes Nitrat hat in einer Studie die Blutdruckwerte hypertoner Probanden signifikant gesenkt.

Für die Untersuchung am William-Harvey-Institut der Queen Mary University in London hatte ein Forscherteam um Vikas Kapil 68 Probanden im Alter von 18 bis 85 Jahren gewonnen, deren mittlere Tages-Blutdruckwerte in der Langzeitmessung über 130/85 mmHg lagen. 34 von ihnen nahmen Medikamente gegen Bluthochdruck ein, die anderen 34 waren unbehandelt. Nach der Zufallsverteilung auf zwei Gruppen tranken die Teilnehmer entweder vier Wochen lang täglich 250 ml nitratreichen (entsprechend einer Tagesmenge von etwa 6 mmol Nitrat) oder – als Placebo – nitratfreien Rote-Beete-Saft.

Während die Blutdruckwerte in der Placebogruppe unverändert blieben, zeigten sich in der Nitratgruppe statistisch bedeutsame Unterschiede zu den Ausgangsdrücken. In der klinischen Messung sank der Blutdruck der Probanden unter dem Einfluss von nitrathaltigem Rote-Beete-Saft im Mittel um 7,7/2,4 mmHg. Für die 24-Stunden-Messung ergab sich eine Reduktion um 7,7/5,2 mmHg. Und die Werte in der Selbstmessung gingen um 8,1/3,8 mmHg zurück.

Die Nitrataufnahme führte zudem zu einer verbesserten Gefäßfunktion. Die Dilatation der Arteria brachialis unter Spitzenfluss verbesserte sich um 1,0% – ein Effekt, der unter Placebo nicht festzustellen war. Und die Pulswellengeschwindigkeit verlangsamte sich um 0,59 m/s.

Den genannten Effekten liegt laut Kapil und Kollegen ein Stoffwechselweg zugrunde, der von Nitrat über Nitrit zu Stickstoff-Monoxid führt. Hiernach gelangt ein wesentlicher Anteil des zugeführten und resorbierten anorganischen Nitrats über die Speicheldrüsen in die Mundhöhle. Dort wird es von symbiotischen Bakterien zu Nitrit reduziert. Nach dem Schlucken des Speichels gelangt das Nitrit in den Blutkreislauf, wo es von Nitritreduktasen in Stickstoff-Monoxid verwandelt wird. Dadurch weiten sich die Gefäße, und der Blutdruck sinkt. Die Studie spiegelt dies wieder. So stiegen durch den Rote-Beete-Saft die Nitratkonzentrationen im Plasma verglichen mit den Ausgangswerten ungefähr um das 5,5-Fache, die Nitritpegel lagen etwa um den Faktor 2,7 höher.

Die Forscher um Kapil weisen darauf hin, dass die gemessenen Drucksenkungen jenen ähneln, die für Antihypertensiva in Standarddosierung typisch sind. Allerdings sei der Zeitrahmen der Studie zu knapp bemessen gewesen, um gesicherte Aussagen über die langzeitige Blutdruckkontrolle zu treffen oder auf den Schutz von Zielorganen zu schließen. Dennoch sprächen die Resultate dafür, dass diätetisches Nitrat durchaus eine Rolle in der adjuvanten Therapie von Patienten mit Bluthochdruck spielen könnte.

Literatur

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