Nachrichten 30.06.2022

Bei Schlaganfällen ohne bekannte Risikofaktoren liegen doch oft welche vor

Schrödingers vaskuläre Risikofaktoren: Aus einer beim „European Academy of Neurology“ (EAN)-Kongress 2022 vorgestellten Registeranalyse geht hervor, dass bei der Mehrheit der Patienten mit einem ischämischen Schlaganfall mindestens ein vaskulärer Risikofaktor vorlag, der jedoch zuvor nicht diagnostiziert war.

 Aus einer Registeranalyse geht hervor, dass bei der Mehrheit der Patienten mit einem ischämischen Schlaganfall mindestens ein vaskulärer Risikofaktor vorlag, der jedoch zuvor nicht diagnostiziert war.

Für eine retrospektive Analyse wurden die Daten von 4.354 Patientinnen und Patienten mit akutem ischämischen Schlaganfall aus dem „Acute STroke Registry and Analysis of Lausanne“(ASTRAL)-Register herangezogen.

Bei 1.125 der Patienten war vor dem Schlaganfall kein relevanter vaskulärer Risikofaktor (undiagnosed major vascular risk factors, UMRF) und bei 3.229 Patienten war mindestens einer diagnostiziert (diagnosed major vascular risk factor, DMRF) worden.

Vorhofflimmern bei zehn Prozent

Im Mittel waren in der UMRF-Gruppe mehr Raucher als in der DMRF-Gruppe. Die Patienten waren jünger und nahmen öfter Kontrazeptiva ein. Zudem traten mehr Foramen-ovale-persistens-bedingte Schlaganfälle auf. Die UMRF-Patienten nahmen dabei weniger Thrombozytenaggregationshemmer und hatten einen median niedrigeren Body-Mass-Index (BMI) .

Aus den Daten geht hervor, dass bei 67,7% der UMRF-Gruppe mindestens ein vaskulärer Risikofaktor vorlag, der allerdings erst nach dem Apoplex diagnostiziert worden ist. So bestand bei:

  • 61,4% der Patienten eine Dyslipidämie,
  • 23,7% Hypertonie,
  • 10,2% Vorhofflimmern,
  • 5,2% Diabetes mellitus Typ 2 und
  • 3,0% eine strukturelle Herzerkrankung.


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Literatur

AN Congress 2022, Poster „Undiagnosed major risk factors in patients with acute ischaemic stroke: clinical profile, stroke mechanisms and outcome“