Skip to main content
main-content

11.08.2015 | Nachrichten

PROSPER reloaded

Schützen Statine bei Schlaganfall im Alter?

Autor:
Philipp Grätzel

Statine zeigen keinen Nutzen bei Patienten mit Schlaganfall. Oder doch? Ein US-Register belebt diese Diskussion jetzt wieder einmal neu.

Spätestens seit der randomisierten Pravastatin-Landmark-Studie PROSPER aus dem Jahr 2002 gilt die Statintherapie zwar als protektiv im Hinblick auf koronare Todesfälle, nicht aber im Hinblick auf Schlaganfälle. Das heißt aber nicht zwangsläufig, dass Statine bei Schlaganfallpatienten keinen Nutzen haben. In der Zeitschrift Circulation berichtet Emily O’Brien vom Duke Clinical Research Institute jetzt von Ergebnissen aus einem ganz anderen PROSPER-Programm, die für einen Einsatz von Statinen als Dauertherapie bei Patienten mit Schlaganfall sprechen.

„PROSPER neu“ ist ein vom Patient-Centered Outcomes Research Institute (PCORI) finanziertes Forschungsprogramm, das sich der Evaluation von sekundärpräventiven Therapien nach Schlaganfall verschrieben hat. In der jetzt publizierten Untersuchung wurden Daten des bei der American Heart Association angesiedelten GWTG-Schlaganfallregisters sowie dazu passende ambulante Daten der US-Versicherung Medicare ausgewertet.

Die Wissenschaftler interessierten sich zum einen für schwere kardiovaskuläre Ereignisse (MACE), zum anderen für die Zeitdauer ohne Krankenhaus- oder Pflegeheimaufenthalt. Ausgewertet wurden 77.468 Patienten ab 65 Jahren, die wegen eines ischämischen Schlaganfalls hospitalisiert wurden und die vor der Krankenhausaufnahme keine Statine eingenommen hatten. 71 Prozent dieser Patienten wurden mit Statintherapie entlassen.

Nach Adjustierung war das MACE-Risiko über einen Zeitraum von zwei Jahren bei diesen Patienten um statistisch signifikante 9 Prozent (HR 0,91; 95% CI 0,97–0,94) geringer als bei Patienten ohne Statintherapie. Auch die Gesamtmortalität und die Rate an Klinikeinweisungen waren geringer, wobei jene Patienten mit sehr hoch dosierter Statintherapie nicht besser abschnitten als jene mit niedrigerer Dosierung.

Sicherheitsdaten wurden ebenfalls analysiert. Einige Untersuchungen hatten in der Vergangenheit eine Statintherapie bei Schlaganfallpatienten mit einem erhöhten Risiko für spätere hämorrhagische Schlaganfälle in Verbindung gebracht. Dafür fand sich in der aktuelle Auswertung kein Anhalt.

Literatur

Das könnte Sie auch interessieren